„Folgen verhindern“
WMO warnt vor El Niño mit beispielloser Stärke
Die Weltmeteorologieorganisation (WMO) hat vor einem El Niño mit beispielloser Stärke gewarnt. Die internationale Gemeinschaft müsse „dringend und koordiniert vorausschauend handeln“, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo.
Man könne das Wetterphänomen nicht aufhalten, aber viele „seiner schlimmsten Folgen für die Menschen verhindern“. In den vergangenen 40 Jahren, in denen Daten erhoben wurden, habe es noch nie so hohe Meerestemperaturen im tropischen Pazifik gegeben, sagte Saulo weiter. Die Temperatur im Pazifik könne nach den Modellrechnungen 3,8 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel erreichen. Die bisher höchste Abweichung habe bei etwa drei Grad gelegen.
Von einem El Niño werde bereits ab 0,5 Grad über der normalen Temperatur gesprochen. Üblicherweise tritt das Wetterphänomen alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monaten an. Je nach Weltregion kommt es zu Dürre oder sehr starken Regenfällen. Überschwemmungen gibt es üblicherweise entlang der westlichen Küste Südamerikas und entlang der nordamerikanischen Westküste. Der Regenwald im Amazonasgebiet leidet hingegen unter Trockenheit. In Südostasien und Australien kommt es durch fehlenden Regen zu Buschfeuern und Waldbränden. Europa ist von den Auswirkungen weniger betroffen.
2027 dürfte weltweit heißestes Jahr werden
Der menschengemachte Klimawandel und El Niño in Kombination drohen 2027 zum weltweit heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen zu machen. Das aktuelle Wetterphänomen hat unter anderem bereits Zentralamerika getroffen, wo Tiere und Ernten wegen der Dürre zugrunde gehen. Seinen Höhepunkt erreicht ein El Niño im Regelfall zwischen November und Februar, der Temperaturanstieg macht sich typischerweise aber erst später bemerkbar.
UNO-Nothilfekoordinator Tom Fletcher rief jetzt Staaten, Entwicklungsbanken und internationale Finanzinstitute auf, „Finanzierungen unter diesem Gesichtspunkt freizugeben, bevor die Schäden eintreten und nicht danach“. „Heute richten wir einen gemeinsamen Appell an die internationale Gemeinschaft, dringend und koordiniert vorausschauend zu handeln“, sagte die Generalsekretärin der Weltmeteorologieorganisation (WMO), Celeste Saulo, am Mittwoch in Genf.
Bei dem natürlich auftretenden Klimaphänomen erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme

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