Pegel sinkt

Neusiedler See steht kurz vor neuem Tiefststand

Burgenland
19.10.2026 18:58
Porträt von Burgenland-Krone
Von Burgenland-Krone

Der Langzeit-Tiefststand könnte demnächst erneut unterschritten werden. Auch die Pegel beim Grundwasser sowie bei Flüssen sind für diese Jahreszeit bedenklich niedrig. 

Der nach wie vor ausbleibende Regen und die ungewöhnlich milden Temperaturen für Oktober sorgen dafür, dass der Wasserstand des Neusiedler Sees weiterhin kontinuierlich sinkt. Am Montag lag der Pegel des Naturjuwels bei 114,89 Meter über Adria und damit nur mehr einen Zentimeter über dem Vergleichswert von 2022, als der See ein neues Langzeit-Minimum erreicht hatte. Zum langjährigen Mittel fehlt aktuell rund ein halber Meter an Wasser.

Niedrige Pegel auch beim Grundwasser
Das „Meer der Wiener“ ist dabei nicht das einzige Gewässer, welches derzeit mit der Trockenheit zu kämpfen hat. Nach dem extrem heißen Sommer sind weiterhin die Nachwirkungen der Hitzeperiode spürbar. Laut einer Erhebung von Greenpeace zeigen rund 40 Prozent der Messstellen so niedriges Grundwasser wie noch nie Mitte Oktober. „Vier der 24 Messstellen, also 27 Prozent, zeigen sogar einen so niedrigen Wert wie im gesamten Messzeitraum noch nie. Dabei handelt es sich um die Messstellen Neumarkt, Andau, Lockenhaus und Kittsee“, teilt die Umweltschutzorganisation mit.

Flüsse leiden unter Wassermangel
In anderen Bundesländern zeigt sich ein ähnliches Bild. In der Steiermark weist die Hälfte der Messstellen einen so niedrigen Grundwasserspiegel auf, wie noch nie um diese Jahreszeit. Ähnlich ist die Situation in Niederösterreich. Schon zuvor hatte der WWF Alarm geschlagen, dass viele Flüsse diesen Herbst unter einem auffällig starken Wassermangel leiden. Im Burgenland sind etwa die Raab oder die Pinka betroffen, die nur rund ein Fünftel der üblichen Wassermenge führen.

Maßnahmen gefordert
Dennoch werde Grundwasser weiter ungebremst verbraucht, für Lebensmittel, für Hygiene, zur Bewässerung von Gärten und Parks aber auch in Industrie und Landwirtschaft, heißt es von Greenpeace. Da künftig noch häufigere und intensivere Dürreperioden drohen würden, drängen die Umweltschützer nun auf Maßnahmen – etwa wenn es um mehr Transparenz beim Wasserverbrauch der Industrie geht. So brauche es für industrielle Großverbraucher eine Abgabe für Grundwasser von 10 Cent pro Kubikmeter.

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