Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat am Montag seinen bulgarischen Amtskollegen Iwan Demerdschiew in Wien getroffen. Dabei habe man vor allem über den Schutz der EU-Außengrenzen gesprochen, hieß es. „Es ist beeindruckend, welche Fortschritte Bulgarien gemacht hat“, lobte Karner.
Auch Österreich profitiere davon. So seien die illegalen Grenzübertritte in Bulgarien in den vergangenen Jahren „massiv zurückgegangen“, sagte Karner. Das Land habe technisch und personell aufgerüstet, nun müsste sich auch der rechtliche Rahmen verbessern. Die EU-Kommission will nach dem Massenansturm von Migrantinnen und Migranten auf Ceuta im Sommer einen Vorschlag für einen schnellen Grenzmechanismus einbringen.
Es sei wichtig, die Sicherheit an der Grenze zur Türkei zu gewährleisten, sagte Demerdschiew. Die EU-Kommission lieferte technische Ausstattung, aus Österreich sind Beamtinnen und Beamte vor Ort. „Die verstärkten Maßnahmen zeigen Wirkung: Schlepper verlangen mittlerweile rund 10.000 Euro pro Person für eine Schleppung über die Außengrenze. Die Zahl der Aufgriffe im Zusammenhang mit illegaler Migration an der bulgarischen EU-Außengrenze ist daraufhin stark zurückgegangen und geht gegen null“, sagte Karner am Montag.
Auch an der österreichisch-ungarischen Grenze seien die Aufgriffe zurückgegangen. Vor vier Jahren hatte Österreichs Regierung noch ein Veto gegen den Beiritt Rumäniens und Bulgariens zum Schengen-Raum eingelegt und das mit den hohen Zahlen illegaler Grenzübertritte begründet.
Zusammenarbeit bei ESC vereinbart
Weitere Themen des Gesprächs waren die Drohnenabwehr beim Schwarzen Meer im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und die Vorbereitungen für den Eurovision Song Contest (ESC). Für die Veranstaltung im Mai 2027 im bulgarischen Burgas vereinbarten Karner und Demerdschiew eine Zusammenarbeit. Eine Delegation aus Bulgarien werde im November zu weiteren Gesprächen nach Wien kommen, hieß es. Fachleute sollen sich unter anderem über Sicherheitskonzepte für internationale Großveranstaltungen sowie den Umgang mit Cyberbedrohungen, Anschlagsdrohungen und Aktivismus austauschen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.