Zu wenige Plätze

Tumulte bei Verlegung von Migranten in Ceuta

Ausland
18.09.2026 17:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Hafen der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta ist es Freitagfrüh zu Tumulten von Migrantinnen und Migranten gekommen. Als sie in ein neues Aufnahmezentrum verlegt wurden, begann ein Teil der Gruppe zu laufen, um möglichst schnell einen Platz zu ergattern. Die Polizei benötigte zusätzliche Kräfte.

Mit diesen gelang es ihr, die Menge wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Verlegung der Menschen begann bereits vor Tagesanbruch. Die Sicherheitskräfte begleiteten eine große Menschenmenge von den provisorischen Lagern an den Stränden zum Hafen. Der Weg war etwa zwei Kilometer lang. Das neue Zentrum bietet Platz für ungefähr 1800 Menschen. In den Lagern hielten sich laut Schätzungen jedoch zwischen 3000 und 4000 Migrantinnen und Migranten auf. Deshalb dürfte ein Teil zu laufen begonnen haben, um den Rest der Gruppe zu überholen und auf diese Weise einen Platz zu bekommen.

Am 30. und 31. Juli waren laut Schätzung der Regierung bis zu 80.000 Menschen von Marokko aus nach Ceuta gekommen. Die meisten kehrten bereits zurück, Tausende halten sich aber weiter in der Exklave auf. Das Zentrum am Hafen ist nun das fünfte vorübergehende Aufnahmelager in Ceuta. Tausende Migrantinnen und Migranten haben bisher auf der Straße gelebt.

Migranten bei der Registrierung
Migranten bei der Registrierung(Bild: EPA/MIGRATION MINISTRY / HANDOUT)
Die spanische Regierung hat bisher fünf Aufnahmelager für die Migrantinnen und Migranten ...
Die spanische Regierung hat bisher fünf Aufnahmelager für die Migrantinnen und Migranten errichtet.(Bild: EPA/REDUAN)
Zuvor lebten die Menschen auf der Straße, unter anderem an Stränden.
Zuvor lebten die Menschen auf der Straße, unter anderem an Stränden.(Bild: AFP/-UGC)

Gegen die neuen Aufnahmelager spricht sich unter anderem die Polizeigewerkschaft SUP aus, die Bedenken gegen die Errichtung von Zelten hat. Laut Angaben der Regierung sollen die Zentren die Stadt entlasten und dazu beitragen, dass die Menschen besser registriert und betreut werden.

EU-Parlament kritisiert Spanien
Das EU-Parlament hat am Donnerstag in Straßburg die illegalen Grenzübertritte nach Ceuta verurteilt und einen stärkeren Schutz der Außengrenzen gefordert. Die Regulierungspolitik Spaniens sende ein falsches Signal an potenzielle Migrantinnen und Migranten sowie Schleusernetzwerke, hieß es. Gleichzeitig lobten die Abgeordneten die Arbeit der spanischen Polizei, des Militärs und der Nichtregierungsorganisationen. Die EU-Kommission hatte Spanien vergangene Woche knapp 115 Millionen Euro Soforthilfe zugesagt.

Zu Marokko wurde festgehalten, dass die Behörden ihren Verpflichtungen im Bereich Grenzmanagement, Rückführung und Migrationskooperation nachkommen und die territoriale Integrität der EU-Staaten achten sollten. Von den anwesenden österreichischen EU-Abgeordneten stimmten diejenigen von ÖVP und FPÖ für, diejenigen von SPÖ, Grünen und NEOS gegen die Resolution des EU-Parlaments. Diese wurde zwar angenommen, ist aber nicht bindend.

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