Tapir-Geburt im Zoo

Verhütungspause bringt überraschend Nachwuchs

Oberösterreich
19.10.2026 14:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Unverhofft kommt oft – auch im Tierreich. Im Zoo Schmiding in Krenglbach bei Wels hat das Flachlandtapir-Weibchen „Lucy“ vor ein paar Tage ein männliches Jungtier zur Welt gebracht. Der kleine „Yaku“ trägt einen gestreiften Tarnanzug und ist auch bereits für Besucher zu sehen.

„Bei Yaku war die Überraschung groß, denn eigentlich hatten wir derzeit gar keinen weiteren Tapirnachwuchs geplant“, erklärt Tierpflegerin Can Hasibe vom Zoo Schmiding. Eine kurze Verhütungspause wurde offenbar fruchtbar genutzt. 

Im Rahmen des europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) werden die Geburten der Flachlandtapire gezielt koordiniert. Da die Population in europäischen Zoos bereits gut etabliert ist, war für „Lucy“ und das Tapirmännchen „Poroto“ derzeit kein weiterer Nachwuchs vorgesehen. Poroto erhielt deshalb eine hormonelle Fortpflanzungskontrolle.

(Bild: Zoo Schmiding/Peter Sterns)

Lieferengpässe bei Verhütungsmedikament
Aufgrund von Lieferengpässen beim benötigten Medikament musste die Behandlung allerdings Ende 2025 vorübergehend kurz unterbrochen werden – eine Gelegenheit, die Poroto offenbar bestens zu nutzen wusste. 

„Auch wenn es schon unsere dritte Tapirgeburt war, ist es jedesmal etwas Besonderes, wenn ein Jungtier das Licht der Welt erblickt“, freut sich Pflegerin Hasibe. 

(Bild: Zoo Schmiding/Peter Sterns)

Auffälliges Streifenmuster
Mama „Lucy“ kümmert sich aufmerksam um ihren Nachwuchs, der bereits kurz nach der Geburt bei ihr getrunken hat. Tapire kommen bereits erstaunlich weit entwickelt zur Welt. Besonders auffällig ist ihr Fell: Während erwachsene Flachlandtapire überwiegend braun sind, haben ihre Jungtiere ein auffälliges Streifenmuster und Flecken.

Vorname steht für Wasser
Diese Zeichnung dient im südamerikanischen Regenwald als Tarnung und verschwindet im Laufe der ersten Lebensmonate. Auch Yakus Name hat einen Bezug zu Südamerika: Yaku bedeutet in der indigenen Sprache Quechua „Wasser“ – passend für einen ausgezeichneten Schwimmer, denn Tapire halten sich gerne in Gewässern auf.

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