Touristiker rechnen mit 21,7 Millionen Gästen für die Wintersaison in Österreich – ein leichtes Plus von 1,5 Prozent. Immer mehr Gäste buchen erst wenige Wochen vor der Reise. Mehr Geld will man durch kaufkräftigere Kunden einnehmen, außerdem sollen die Monate März und April mehr Skifahrer begeistern.
Wenn Österreichs Wirtschaft strauchelt, ist der Winter ein besonders wichtiger Konjunkturmotor. Die Zahlen, die die Österreich-Werbung am Montag in Wien präsentiert hat, geben also Anlass zur Freude: 21,7 Millionen Ankünfte werden im Winter erwartet, das ist um 1,5% mehr als in der vergangenen Saison. „Ziel ist es, nicht nur mehr, sondern mehr zahlungskräftige Gäste nach Österreich zu bringen – etwa aus Großbritannien oder der Schweiz“, sagt Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.
Unter Deutschen, Niederländern, Dänen und Tschechen ist Österreich die Nummer-eins-Destination für einen Ski- oder Snowboardurlaub. Bei Image, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten, landet Österreich mit Abstand auf Platz eins.
Viele sind noch unentschlossen
„Das ist ein stabiles Fundament, aber viele Gäste sind noch unentschlossen“, sagt Astrid Steharnig-Staudinger, Chefin der Österreich-Werbung. Rund ein Viertel der Befragten hatte Anfang September den Winterurlaub schon gebucht – allerdings tendieren viele zur Kurzfristigkeit, sagt Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus der WKO. „42 Prozent der Wintergäste buchen maximal vier Wochen vor dem Urlaub, unter österreichischen Gästen sogar knapp die Hälfte.“
Nur 14 Prozent verzeichnen mehr Buchungen
Die WKO hat in einer Blitzumfrage erhoben, wie die Buchungslage heuer aussieht: 14 Prozent der Betriebe verzeichnen mehr, 42 Prozent gleich viele und ganze 44 Prozent weniger Buchungen als in der vergangenen Saison. Vor allem der Bereich Wellness entwickelt sich positiv. Einen Fokus will man deswegen auch auf Begleitpersonen legen, die selbst nicht Ski oder Snowboard fahren. In Deutschland sind das etwa 42 Prozent all jener, die einen Winterurlaub planen. Sie wollen vor allem Wandern, Spazieren und sich entspannen.
Es ist cool und sexy, im März und April Ski fahren zu gehen.
Astrid Steharnig-Staudinger, Chefin der Österreich-Werbung
Schneesicherheit ist Gästen am wichtigsten
Fraglich ist, ob das wichtigste Argument für den Skiurlaub in Österreich – nämlich die Schneesicherheit mit 49% – noch lange gegeben sein wird. Auch in hohen Lagen nehmen die Tage mit Schneebedeckung statistisch gesehen immer weiter ab, wie Klimadaten zeigen. Die Temperaturen steigen, was auch die Beschneiung erschwert. Schon jetzt geben viele kleinere, tiefer gelegene Skigebiete auf.
Das erklärte Ziel der Verantwortlichen ist, die Saison bis März und April zu verlängern. „21 Prozent derjenigen, die einen Skiurlaub planen, fahren in dieser Zeit. Das ist eine Riesenchance“, sagt Staatssekretärin Zehetner. „Wir wollen ein Angebot bieten, das 365 Tage im Jahr funktioniert.“ Mit 64 Prozent sind Jänner und Februar dennoch die beliebtesten Monate. Außerdem setzt man auf eine KI-Strategie, da immer mehr Gäste auf diese Art ihre Reise planen.
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