Die WKStA ermittelt rund um die Insolvenz der Meinl Bank gegen mehrere Personen. Im Fokus stehen Ex-Aufsichtsratsvorsitzender Julius Meinl V., mehrere Ex-Vorstandsmitglieder sowie weitere Verantwortliche der ehemaligen Meinl Bank, hieß es am Donnerstag. Es geht um Untreue, Veruntreuung und betrügerische Krida.
Die WKStA bestätigte nun Ermittlungen zu Finanztransaktionen in den Jahren vor der Insolvenz der Meinl Bank, durch die Vermögenswerte in Höhe von rund 150 Millionen Euro „zweckentfremdet, geschmälert oder veruntreut – und damit teils dem Zugriff der Gläubiger entzogen worden sein sollen“. Die Meinl Bank, die später in Anglo Austrian Bank umbenannt wurde, ist 2020 in die Pleite geschlittert.
Befugnisse missbraucht, Vermögen verschleiert
Den ehemaligen Meinl-Bank-Verantwortlichen werde vorgeworfen, im Hinblick auf die bevorstehende Insolvenz der Bank ihre Befugnisse missbraucht und das Vermögen der Meinl Bank gezielt geschmälert zu haben, hieß es weiter.
Dazu zähle der unterpreisige Verkauf von wertvollen Unternehmensanteilen, etwa des Kaffee-Geschäfts, und die Gewährung von Krediten und Kontoüberziehungen an der Meinl Bank nahestehende Unternehmen aus dem Ausland. Zudem sollen Meinl hohe Beratungshonorare ohne entsprechende Gegenleistung ausbezahlt und Reisekosten für ein Privatflugzeug – ohne Überprüfung, ob es sich um dienstliche oder private Flüge handelte – übernommen worden sein.
Bilanz der Bank manipuliert
Verantwortliche der Meinl Bank sollen der Bank anvertraute Guthaben und Wertpapiere der ehemaligen karibischen Tochtergesellschaft Meinl Bank Antigua veruntreut haben. Um die Bilanz der Meinl Bank zu manipulieren, sollen der Antigua-Tochter dagegen unter anderem wertlose oder hochriskante Kreditforderungen der Meinl Bank übertragen worden sein.
Meinl lebt derzeit in Tschechien
Julius Meinl, der aktuell in Tschechien lebt, soll zudem persönliche Vermögenswerte dem Zugriff der Gläubiger entzogen haben. Wie die WKStA mitteilte, soll er beispielsweise Liegenschaften und Unternehmensanteile etwa durch Schenkungen an Angehörige oder Verschiebung in ihm nahestehende Gesellschaften beiseitegeschafft haben.
WKStA lässt Liegenschaften beschlagnahmen
Das Landesgericht für Strafsachen Wien habe auf Antrag der WKStA unter anderem die Beschlagnahme mehrerer Liegenschaften ausgesprochen. Die entsprechenden Beschlüsse seien bereits umgesetzt und im Grundbuch eingetragen worden, hieß es. Es soll sich dabei um die Villa in Wien-Döbling und um ein Grundstück in der Steiermark handeln.
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