Studentenproteste

Gewalt in Albanien eskaliert: Ministerium brennt

Ausland
14.10.2026 16:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Tirana, der Hauptstadt Albaniens, sind Proteste Studierender gegen Missstände im Hochschulwesen am Mittwoch gewaltsam eskaliert. Das Bildungsministerium steht in Flammen. 

Tausende Demonstranten hatten sich am zweiten Tag der Proteste gegen Korruption und Missstände im Bildungssystem vor dem Ministerium versammelt.

Einige warfen Ziegelsteine auf das Gebäude, rissen Absperrgitter nieder und warfen Mülltonnen um.

Im Zentrum von Tirana kam es auch am Mittwoch zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der ...
Im Zentrum von Tirana kam es auch am Mittwoch zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. © euro(Bild: AFP/ADNAN BECI)

Auch Raiffeisen-Bank-Filiale steht in Brand
Einem Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge geriet zudem eine nahegelegene Filiale der Raiffeisen Bank in Brand. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Menge auseinanderzutreiben.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Albana Kociu verurteilte die Ausschreitungen. Protestieren sei ein legitimes Recht, erklärte sie auf Facebook (siehe Posting unten). Dies dürfe jedoch kein Vorwand für Gewalt, die Zerstörung der Stadt oder Kämpfe auf offener Straße sein. Sie rief die Studenten auf, sich von Vandalismus zu distanzieren.

Die Proteste, die im Mai begannen, richten sich gegen die Bedingungen an den Universitäten, hohe Bildungskosten, mangelnde finanzielle Unterstützung und schlechte Beschäftigungsaussichten nach dem Abschluss.

Demonstranten fordern Rücktritt des Premiers
Die jüngsten Unruhen stellen die bislang schwerste Eskalation dar und bedeuten eine wachsende Herausforderung für die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama. Die Demonstranten fordern auch Ramas Rücktritt. Seine Sozialisten und die heute oppositionellen rechten Demokraten wechseln einander seit der demokratischen Wende in dem ehemals kommunistischen Land vor mehr als 30 Jahren an der Regierung ab.

Albanien verhandelt zwar inzwischen relativ fortgeschritten über einen EU-Beitritt. Viele seiner Bürger empfinden jedoch die politischen Eliten als gierig, korrupt und inkompetent.

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