Turbulente Zeiten in der Wolfsberger Gastro-Szene: Zwei bekannte Cafés befinden sich gerade auf Pächtersuche, ein weiteres Lokal ist mitten in einem Insolvenzverfahren. Die „Krone“ sprach mit den Betreibern über persönliche Gründe für den Abschied und was die Zukunft bringen soll.
Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass ein Gastronomie-Betrieb große wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringen kann. Kostspielige Investitionen, hohe Personal- und Mietkosten und ein schwankendes Tagesgeschäft sind Risikofaktoren, die Betreiber tragen müssen.
Vom Gastronom zum Lokführer
Pierre Fritzl leitet seit 2022 das Parkcafé in Wolfsberg – vor wenigen Wochen gab er bekannt, dass er seinen Pachtvertrag mit der Stadtgemeinde Wolfsberg nicht mehr verlängern möchte. Bei ihm waren es jedoch nicht zwingend finanzielle Nöte, sondern viel eher ein persönlicher Wunsch, der ihn zu diesem Schritt bewegt hat: „Ich möchte mich beruflich umorientieren und die Ausbildung zum Lokführer starten.“
Die aktuelle Lage in der Gastronomie ist sehr schwierig. Das Café-Geschäft am Nachmittag geht zwar gut, aber die Nachtgastronomie in Wolfsberg ist komplett tot.
Pierre Fritzl, Betreiber des „Parkcafé“
Nach knapp drei Jahrzehnten Erfahrung in der Gastronomie beobachtet Fritzl einige Veränderungen in der Szene. Laut Fritzl gibt es schon potenzielle Anwärter für die Übernahme des „Parkcafé“. Weitere Schritte müssen jedoch von der Stadt eingeleitet werden.
Neben dem „Parkcafé“ ist auch das „Café Palais“ am Weiherplatz zu haben. Auch Betreiber Josef Berglitsch will sich beruflich umorientieren: „Ich möchte endlich mein Projekt, den Indoorspielplatz „Jump & Play“, in Wolfsberg umsetzen.“ Bis spätestens März soll der Betrieb in der Innenstadt dann einen neuen Nachfolger gefunden haben. „Einige Interessenten haben sich bereits mit tollen Konzepten beworben. Die finale Entscheidung soll noch heuer fallen.“
Szene-Lokal in Sanierungsverfahren
Für Michael Scharf, Inhaber des „Scharf‘s Deli“, kommt eine Pächtersuche dagegen nicht infrage: Fünf Jahre lang führte er den Feinkostladen inklusive Café mit italienischen Spezialitäten und verschiedenen Weinen. Seit einiger Zeit ist damit aber nun Schluss. Seit 1. Oktober läuft ein Sanierungsverfahren.
Im Antrag dazu gibt Scharf bekannt: „Wie allgemein bekannt ist, sind die Umsätze im Gastronomiebereich in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Im Gegenzug hat sich aufgrund der entsprechenden Indexanpassungen, die Miete des Lokals erheblich erhöht und die Betriebskosten sind stark angestiegen. Eine wirtschaftliche Führung des Lokals war daher zuletzt nicht mehr möglich.“
Rund 30 Gläubiger sind davon betroffen. Die Schuldensumme beträgt laut dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) 455.000 Euro. Der Betrieb wurde bereits vor dem Beginn des Verfahrens eingestellt.
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