Mehrere HiPP-Gläser soll ein Ex-Mitarbeiter des Babykostherstellers mit Rattengift versetzt und so versucht haben, seinen ehemaligen Arbeitgeber zu erpressen. Seit Mai saß der Verdächtige, ein 39 Jahre alter Slowake, in Eisenstadt in U-Haft – nun wurde er entlassen.
Das teilte das Landesgericht Eisenstadt am Donnerstag mit. Ein vom Beschuldigten geleistetes Gelöbnis und die ihm erteilten Weisungen sollen sicherstellen, dass er während des Verfahrens im Inland bleibt, hieß es. Er muss sich alle zwei Wochen bei der Polizei melden und zudem den Reisepass abgeben. Der Tatverdacht besteht also weiterhin.
Die Ermittlungen in dem Fall sind noch nicht ganz abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt wartet derzeit noch auf den Abschlussbericht, hieß es am Donnerstag
Zweites Glas bis heute unauffindbar
Der Mann soll jeweils zwei HiPP-Gläser in Österreich, Tschechien und der Slowakei mit Rattengift manipuliert haben, wobei das zweite Glas, das in einer Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft worden sein soll, bisher nicht gefunden wurde.
Dosis mit gesundheitlichen Folgen
In dem im Burgenland sichergestellten Glas waren 15 Mikrogramm Rattengift enthalten. Ein Gutachten ergab, dass die Dosis beim Verzehr nicht lebensgefährlich gewesen wäre, aber gesundheitliche Folgen gehabt hätte.
Rattengift auch bei Verdächtigem zu Hause gefunden
An der Wohnadresse des 39-jährigen Verdächtigen war im Frühjahr Rattengift sichergestellt worden, das laut Staatsanwaltschaft in Konzentration und Verhältnis mit jenem vergleichbar ist, das im sichergestellten Glas gefunden wurde. Ein Beweis, dass es sich um dasselbe Gift handle, sei das jedoch nicht, hatte es geheißen. Der gebürtige Slowake bestreitet, mit der Tat etwas zu tun zu haben, gestand jedoch eine Urkundenfälschung – nämlich gefälschte Gehaltszettel für einen Kredit.
Der ehemalige HiPP-Mitarbeiter war am 2. Mai im Bundesland Salzburg festgenommen worden und saß seither in der Justizanstalt Eisenstadt in U-Haft. Aus dieser wurde er mit Beschluss vom 13. Oktober unter Anwendung gelinderer Mittel enthaftet, berichtete zuerst der ORF online.
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