Nach dem Goldkrimi zwischen Kiew und Wien gibt es den nächsten Aufreger um Geheimtransporte durch Österreich! 200 Kilo „spezielle Fracht“ des ukrainischen Staatsschutzes wurden ohne Zoll- und Sicherheitsprüfung durchgewunken. Die Krone kennt die Details.
Erst im Frühjahr enthüllte eine Anfrage der Freiheitlichen an Finanzminister Markus Marterbauer Erstaunliches. Die Aufreger-Zahlen zu diskreten Bankgeschäften unter dem Giebelkreuz machten schwindelig. Demnach gab es von 2022 bis heuer 1011 (!) Exportanmeldungen für Bargeld-Transporte von Wien über Budapest ins Kriegsgebiet nach Kiew. Der Gegenwert: 11,85 Milliarden Euro und weitere 7,7 Milliarden US-Dollar.
„20-Milliarden-Schatz“ durch Österreich gekarrt
Der Schatz in gepanzerten Transporten von der heimischen Raiffeisen Bank International weg wurde mehr als 1300 Kilometer weit bis ins Kriegsgebiet gekarrt. Hinzu kommen noch 19 Fahrten mit Goldbarren im Wert von mehr als 130 Millionen in US-Dollar und Euro. Ergibt die unglaubliche Summe von 20 Milliarden gesamt!
Aufgekommen ist alles, weil am Höhepunkt des ungarischen Wahlkampfes der damalige Ministerpräsident Viktor Orbán einen solchen Panzerwagen mit Gold und Bargeld stoppen ließ. Wie in einem Action-Film schlug die Antiterroreinheit auf einer Autobahn-Tankstelle zu. Die neu gewählte Regierung ließ dann den Austro-Transporter wieder weiterreisen.
Es ging um Weltwirtschaftsforum mit Trump und Selenskyj
Jetzt gibt es wieder Wirbel um die „Operation Geheimtransporte“ in Österreich! Hintergrund ist eine der FPÖ vorliegende sogenannte Verbalnote des Außenministeriums im diplomatischen Schriftverkehr zwischen Staaten. Darin wird im Zusammenhang mit der Teilnahme einer ukrainischen Delegation am im Jänner stattgefundenen Weltwirtschaftsforum in Davos um die Durchreise eines Konvois durch unser Land ersucht. In der Schweiz war auch die politische Elite mit unter anderem US-Präsident Donald Trump und Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj vertreten.
Unauffälliger VW-Bus des ukrainischen Geheimdienstes
Konkret geht es um einen VW-Bus des ukrainischen Geheimdienstes mit einer mysteriösen, nicht deklarierten „speziellen Fracht“. Die insgesamt 200 Kilogramm schwere Ladung wurde demnach ohne Zollabfertigung und Sicherheitsprüfung durchgewunken.
Österreich ist kein rechtsfreier Transitkorridor für ausländische Geheimdienste. Wir sind immer noch ein neutraler Staat.

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker
Bild: APA/GEORG HOCHMUTH
Für die Blauen ist die brisante Causa nach einer Bestätigung der Verbalnote durch das Außenministerium in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung noch lange nicht geklärt. „Damit ist die Sache nicht irgendein Gerücht, sondern ein Vorgang, von dem die österreichischen Behörden nachweislich Kenntnis hatten. Was befand sich in diesen 200 Kilogramm? Bargeld, Gold, Waffen, Dokumente oder etwas völlig anderes?“, übt FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker heftige Kritik.
Der Spitzenpolitiker sieht NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger auch im Lichte der – wie berichtet – Festnahmen von zwei Mitarbeitern des ukrainischen Geheimdienstes in Wien zunehmend in Erklärungsnot: „Österreich ist kein rechtsfreier Transitkorridor für ausländische Geheimdienste. Wir sind immer noch ein neutraler Staat!“ Gerade bei Transporten ausländischer Sicherheits- und Nachrichtendienste müsse höchste Sensibilität gelten.
„Bekommen täglich Hunderte Verbalnoten“
Die „Krone“ fragte beim Außenministerium nach, von dort heißt es: „Wir bekommen täglich praktisch Hunderte Verbalnoten. Die entsprechende haben wir an das zuständige Innenministerium weitergeleitet.“ Die FPÖ will daher in der parlamentarischen Offensive bleiben und in einer weiteren Anfrage wissen, wer den Transport und letztlich die Nicht-Kontrolle genehmigt hat – und worum es sich bei der „speziellen Fracht“ handelt. Es bleibt im Gold- und Geldkrimi also spannend ...
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