Kinder trugen Taferl

So bunt war Schulstreik gegen das Kopftuchverbot

Oberösterreich
09.10.2026 19:00

Am „Schulstreik“ auf der Linzer Landstraße nahmen am Freitag etwa 100 Jugendliche teil. Mehrere Polizeistreifen sicherten Veranstaltung. Die Motive waren so bunt gemischt wie die Teilnehmer. Auch verhüllte Kinder demonstrierten mit, freilich in Begleitung einer Erwachsenen.

Greta Thunberg, einst Galionsfigur der Umweltbewegung, hat es mit ihren „Schulstreiks für das Klima“ vor vielen Jahren schon vorgemacht: Jugendliche gehen für ihre Anliegen auf die Straße. So oder so etwas Ähnliches dürfte den Funktionären der Revolutionären Kommunistischen Partei RKP vorgeschwebt haben, die am Freitag am Martin-Luther-Platz zur Demo gegen das Kopftuchverbot aufrief. Themen waren bei diesem Protestmarsch aber auch Mobbing und sogar Seifenmangel. 

Rote Veranstalter
Bundesweit wurden die Proteste von den SPÖ-Vorfeldorganisationen Sozialistische Jugend, Aktion kritischer Schüler_innen (AKS) und den Roten Falken gemeinsam mit kommunistischen Jugendorganisationen und der Initiative „Schule brennt“. In Wien kamen mehrere Hundert zum „Schulstreik“ gegen das Kopftuchverbot, auch in anderen Bundesländern wurde zum Protest gegen „Rassismus, Sexismus und Militarisierung“ aufgerufen.

„Digga, Hände weg von den Köpfen der Girls“
Dementsprechend breit war das Themenspektrum: Neben Kritik am Kopftuchverbot („Digga, Hände weg von den Köpfen der Girls“) gab es auch Forderungen nach „Geld für Bildung“ statt für Banken oder auch Bomben. Man wolle Schulen, die Mädchen stärken und nicht über die Köpfe der Mädchen bestimmen, forderte eine AKS-Vertreterin mit Kopftuch bei ihrer Ansprache in Wien. Andere Redner gaben sich kampfeslustig und riefen etwa zu weiteren Protestaktionen auf, um das Kopftuchverbot zu Fall zu bringen.

Eine Abordnung vom Bundes- schulzentrum Auhof demonstrierte mit.
Eine Abordnung vom Bundes- schulzentrum Auhof demonstrierte mit.(Bild: Christoph Gantner)

Wer war in Linz vor Ort? 
Hauptsächlich Jugendliche mit teilweise sehr unterschiedlichen Anliegen. Auffällig waren Mädchen, die mit selbst gebastelten Plakaten für das Tragen des Kopftuchs auftraten. So etwa Benazir (16), die aus Afghanistan stammt: „Ich finde, das Problem liegt nicht am Kopftuch, das ist ja nur ein Kleidungsstück. Man beleidigt deshalb die Leute, anstatt sie in Ruhe zu lassen. Der Nächste erklärt mir dann, was für einen Pullover ich anziehen soll.“ Von der Burka, wie sie seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan üblich ist, hält sie nichts: „Dort entscheiden die Männer.“

Das sagte der Maronibrater
Herzlich wenig von solchen Diskussionen hielt hingegen der Maronibrater, an dessen Stand beim Thalia die Demonstranten vorbeizogen: „Meine Frau ist auch aus dem Ausland. Aber ich sag’ so – wenn sich jemand verhüllen möchte, dann solle er das in den Ländern tun, wo so etwas üblich ist.“

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