Das Unternehmen Schwingshandl aus Holzhausen (OÖ) wächst seit seiner Gründung im Jahr 2003 jährlich um rund 15 Prozent. Dahinter steckt der Boom von automatisierter Logistik. Die Firma verkauft 99 Prozent seiner Produkte ins Ausland, produziert aber ausschließlich in Oberösterreich. CEO Markus Sturm erklärt, weshalb.
Hier kommen die Bagger kaum zur Ruhe: Das Logistikunternehmen Schwingshandl aus Holzhausen hat im September gerade erst ein neues Bürogebäude um vier Millionen Euro eröffnet und plant jetzt bereits den nächsten Ausbau. Im November ist Baustart für eine 5,5 Millionen Euro teure Erweiterung der Fertigungshalle. Nötig ist dieser stetige Ausbau wegen des jährlichen Umsatzwachstums von rund 15 Prozent. So sollen die Erlöse auch heuer wieder steigen, von 52 Millionen Euro 2025 auf nun 60 Millionen Euro.
Weshalb die Branche boomt
Wie ist dieses Wachstum möglich, während viele andere Betriebe unter der aktuellen Wirtschaftsflaute stöhnen? CEO Markus Sturm erklärt es so: „Im Online-Handel war man vor fünf bis zehn Jahren noch zufrieden mit drei oder vier Tagen Wartezeit auf die Artikel. Heute zählt die Lieferung am selben Tag. Weil wir immer anspruchsvoller werden, muss auch die Logistik im Hintergrund immer anspruchsvoller werden.“
Hier tritt Schwingshandl auf den Plan: Die 2003 von Thomas Schwingshandl gegründete Firma fertigt kundenspezifische Lösungen für Verteilzentren und Lagerhallen – etwa eine Fördertechnik für Geschirrspüler, mit der das Küchengerät innerhalb eines Lagers transportiert wird.
Sturm nennt noch zwei weitere Gründe für den Boom seiner als Intralogistik bezeichneten Branche: Wegen des Personalmangels in Logistikzentren steige der Bedarf nach Automatisierung. Und auch die Platzfrage sei ein Thema – immer mehr Waren sollen auf immer weniger Fläche lagern.
Schwingshandl exportiert 99 Prozent seiner Produkte ins Ausland. Dennoch produziert das Unternehmen mit insgesamt 150 Mitarbeitern ausschließlich in Holzhausen. Warum? „Oberösterreich hat Leute, die das Arbeiten gewohnt sind, die einfach anpacken können“, sagt CEO Sturm.
„Sonst wird es uns irgendwann nicht mehr geben“
Die Lohnkosten würden es nicht einfach machen: „Ein Ingenieur-Stundensatz liegt in Österreich brutto bei 70 bis 75 Euro. In Indien sind das 20 Euro. Vereinfacht gesagt müssen wir doppelt so innovativ oder produktiv sein. Sonst wird es uns irgendwann nicht mehr geben, weil das irgendwer zur selben Qualität günstiger macht.“
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