Paukenschlag im Fall Andrew Mountbatten-Windsor, dem jüngeren Bruder von König Charles III.! Die Thames Valley Police hat eingeräumt, dass die Durchsuchungsbefehle für zwei Anwesen des ehemaligen Prinzen rechtswidrig waren. Die Informationen, die den Richtern vorgelegt worden waren, sollen teilweise falsch gewesen sein.
Es geht um eine heikle Razzia, die Anfang des Jahres für Aufsehen sorgte. Ermittler der Thames Valley Police hatten sowohl das frühere Anwesen von Andrew in Sandringham als auch die Royal Lodge in Windsor durchsucht.
Dafür hatten sie zuvor Durchsuchungsbefehle erhalten. Doch genau diese stehen jetzt massiv unter Beschuss.
Unrichtige Angaben
Vor dem High Court wurde bekannt, dass die Polizei eingeräumt hat, die Informationen, die sie dem Old Bailey im Zusammenhang mit den beantragten Durchsuchungen vorgelegt hatte, seien unrichtig gewesen. Damit gerät das Vorgehen der Ermittler erheblich unter Druck.
Festgenommen und 12 Stunden festhalten
Andrew Mountbatten-Windsor war im Februar von der Thames Valley Police festgenommen und 12 Stunden lang festgehalten worden. Der Vorwurf lautete auf den Verdacht des Amtsmissbrauchs. Mountbatten-Windsor soll im Jahr 2010 als britischer Handelsgesandter vertrauliche Dokumente an den US-Straftäter Jeffrey Epstein weitergeleitet haben. Der ehemalige Prinz bestreitet jegliches Fehlverhalten.
Durchsuchungsbefehle vor Festnahme ausgestellt
Die Durchsuchungsbefehle waren bereits vor seiner Festnahme ausgestellt worden, berichtet die „BBC“. Andrews Anwälte gingen juristisch gegen deren Rechtmäßigkeit vor und beantragten eine gerichtliche Überprüfung. Dabei richtete sich die Klage gegen die Handlungen des Polizeichefs sowie gegen die Entscheidung des Zentralen Strafgerichts.
Für Andrew ist die Entwicklung ein wichtiger juristischer Erfolg. Denn wenn die Grundlage für die Durchsuchungen auf Informationen beruhte, die gegenüber dem Gericht nicht korrekt waren, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie die Ermittler ihre Maßnahmen begründen konnten.
Noch ist damit allerdings nicht automatisch der gesamte Fall erledigt. Die Auseinandersetzung dreht sich zunächst um die Rechtmäßigkeit der Durchsuchungsbefehle.
Polizei versucht, den Schaden zu begrenzen
Die Thames Valley Police räumte laut „BBC“ ein, dass die ursprüngliche Entscheidung des Gerichts, die Durchsuchungsbefehle auf Grundlage des angewandten Gesetzes zu erlassen, rechtlich fehlerhaft war. Ein Polizeisprecher betonte allerdings, die Aufhebung der Befehle sei „kein Urteil über unsere laufenden Ermittlungen“. Man habe dem Gericht alle notwendigen Informationen und Unterlagen zur Verfügung gestellt und dabei die vorgeschriebenen rechtlichen Verfahren eingehalten.
Für Andrew besonders brisant ist nun die Frage, was mit dem Material passiert, das bei den Durchsuchungen sichergestellt wurde. Darüber müssen die Gerichte noch entscheiden. Die Polizei erklärte, derzeit liefen entsprechende Verfahren darüber, ob sie die beschlagnahmten Unterlagen und Gegenstände im Rahmen ihrer weiteren Ermittlungen überhaupt rechtmäßig behalten darf. Gleichzeitig stellte sie klar: Die Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Fehlverhaltens eines Mannes in seinen Sechzigern aus Norfolk im öffentlichen Amt liefen weiter. Man werde weiterhin „alle vernünftigen Ermittlungsansätze“ verfolgen, um den Fall „effektiv und fair“ voranzutreiben.
Charles zahlt Anwälte nicht
Vom Palast gibt es dazu keine offizielle Stellungnahme. Doch eine royale Quelle behauptete gegenüber britischen Medien: König Charles soll seinem Bruder Andrew Mountbatten-Windsor ausdrücklich verboten haben, die finanzielle Unterstützung aus dem Königshaus zur Begleichung seiner Anwaltsrechnungen zu nutzen.
Wegen der engen Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verlor Andrew Mountbatten-Windsor im vergangenen Jahr seinen Prinzen-Titel und musste die Royal Lodge in Windsor verlassen. Auf dem privaten königlichen Landsitz Sandringham wurde ihm mit der Marsh Farm ein neues Zuhause gegeben.
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