Kampf gegen Krise

Porsche setzt auf Stellenabbau und Luxusmodelle

Wirtschaft
07.10.2026 14:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der deutsche Autobauer Porsche will mit Einsparungen, Kündigungen und mehr Luxusmodellen aus der Krise kommen (siehe Video oben). Obwohl das Unternehmen derzeit die größten Probleme in China hat, will es diesen Markt aber nicht aufgeben.

Von den insgesamt 42.000 Arbeitsplätzen sollen bis 2035 9000 wegfallen. Strategisches Ziel sind 30 Prozent weniger Jobs und harte Einschnitte bei den Managementpositionen. Von den Spitzenpositionen fallen planmäßig 40 Prozent weg. Die Stellen außerhalb der Produktion seien „unverhältnismäßig“ gewachsen, sagte Vorstandschef Michael Leiters. „Wir werden das korrigieren.“ Der Abbau soll sozialverträglich vonstattengehen.

Die Kostensenkungen betreffen alle Unternehmensbereiche. Die Entwicklung soll 20 Prozent einsparen, vor allem durch eine Reduktion der Entwicklungszeit. Materialkosten würden um zehn Prozent sinken und bei den Lieferanten spare man 15 Prozent, kündigte Leiters an. Die Arbeitskosten in der Produktion sollen um 30 Prozent gedrückt werden, Verkauf und Marketing müssen mit 20 Prozent weniger Ausgaben auskommen.

Die Arbeitskosten in der Produktion sollen um 30 Prozent reduziert werden.
Die Arbeitskosten in der Produktion sollen um 30 Prozent reduziert werden.(Bild: AFP/RONNY HARTMANN)
Vorstandschef Michael Leiters
Vorstandschef Michael Leiters(Bild: Porsche)

Mehr als 330.000 Euro für Luxusauto
Der Autobauer plant zudem, weniger Modelle zu produzieren. Leiters Strategie „Sportwagenschmiede ‘35‘“ sieht vor, den Schwerpunkt im Angebot nach oben zu verschieben, auf lukrative Spitzenmodelle und Sonderanfertigungen. Den Durchschnittspreis von Top-Modellen, von denen mindestens 10.000 Exemplare im Jahr verkauft werden sollen, will Leiters bei verbesserten Produkten um 20 Prozent auf mehr als 330.000 Euro erhöhen. Neu auf den Markt gebracht werden sollen unter anderem eine Supersportwagenplattform und ein Luxus-SUV oberhalb des Cayenne. Bis in die 2030er-Jahre will der Konzern zwei Drittel Verbrenner und ein Drittel batterieelektrische Autos anbieten.

Damit senkt Porsche seine Elektroambitionen unter Leiters weiter mit Verweis auf die Nachfrage. Die CO₂-Reduktionsziele in der Europäischen Union könnten trotzdem dank Kooperationen mit E-Autobauern innerhalb des Mutterkonzerns Volkswagen eingehalten werden.

Weniger Geschäft in China
Ein Sorgenkind des Unternehmens ist derzeit das einst so lukrative Geschäft in China. Im Jahr 2020 wurden noch fast 35 Prozent der Fahrzeuge in die Volksrepublik verkauft, im Vorjahr waren es nur noch knapp 35 Prozent. Der Markt sei sehr anspruchsvoll, sagte Leiters. In China herrsche derzeit ein „selbstzerstörerischer Preiskampf“, das sei langfristig nicht nachhaltig. Porsche kündigte an, sich auf die profitablen Nischen zu konzentrieren und das Händlernetz zu verkleinern.

Der Betrieb aus Stuttgart hatte zuletzt unter anderem mit sinkenden Absatzzahlen, einer geringeren Nachfrage nach E-Modellen, den US-Zöllen und Milliardenkosten für die Verbrenner-Verlängerung zu kämpfen.

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