Autorin wäre 90

Wien feiert „seine“ Nöstlinger mit Neuem für Fans

Wien
08.10.2026 11:00

Die Wiener Autorin Christine Nöstlinger, die Generationen von Kindern ohne erhobenen Zeigefinger den Rücken gestärkt hat, wird anlässlich ihres 90. Geburtstags in ihrer Heimatstadt gebührend gefeiert. Geschenke gibt es für Fans: mit vielen Veranstaltungen, Neuerscheinungen und mehr.

Übersetzungen in 45 Sprachen hin oder her: Wien und das Schaffen von Christine Nöstlinger (1936-2018) sind untrennbar miteinander verbunden. So ist es nur logisch, dass die Bundeshauptstadt „ihre“ Nöstlinger, die am 13. Oktober 90 Jahre alt geworden wäre, auf viele Arten hochleben lässt. Dabei können auch jene, die das Werk der Schriftstellerin in- und auswendig zu kennen glauben, neue Facetten darin entdecken.

Von Anfang an literarische Anwältin der Kinder
Das Literaturmuseum zeigt ab Mittwoch in der Ausstellung „Fliegende Katzen im Gemeindebau“ Teile von Nöstlingers Nachlass, der 2025 erworben wurde. Zu sehen sind dabei unter anderem Manuskriptseiten der „feuerroten Friederike“ mit den Original-Illustrationen der gelernten Grafikerin. Das Erstlingswerk der damals 34-Jährigen zeigte bereits, wohin die literarische Reise gehen würde: Ohne jede Betulichkeit thematisierte sie darin das Thema Mobbing, bevor es das Wort überhaupt gab. Am Eröffnungsabend ist auch Nöstlingers Tochter Christiana zu Gast und erzählt von ihrer Mutter.

„Feiabrentinotakring“: Die feuerrote Friederike setzt auf urwienerische Zaubersprüche
„Feiabrentinotakring“: Die feuerrote Friederike setzt auf urwienerische Zaubersprüche(Bild: Österreichische Nationalbibliothek)

Zu Nöstlingers Geburtstag am 13. Oktober hat im Theater Rabenhof eine Hommage an die Schriftstellerin Premiere, bei der sich die bekennenden Nöstlinger-Fans Stefanie Sargnagel und Gerald Votava die Bühne mit Musikerin Katarina Maria Trenk teilen. Drei Tage später outen sich noch mehr heimische Promis im Kino als Nöstlinger-Fans, etwa Schauspielerin Ursula Strauss: Der Film „Nöstlinger – Sowieso und überhaupt“ besticht aber vor allem durch Archivaufnahmen, die das Leben der Autorin nachzeichnen.

Dass Nöstlinger weit mehr als „nur“ eine Kinderbuchautorin war, beweist darüber hinaus das neue Buch „I ken mi ned wiaglich aus auf da Wöd“, das erstmals alle ihre Dialektgedichte mit noch nie unveröffentlichten Illustrationen von ihr selbst in einem Band vereint. Die Dialektgedichte stehen auch im Zentrum der musikalisch begleiteten Lesung „Nau, haummas net sche?“, die in den nächsten Tagen viermal kostenlos in Wien zu besuchen ist. 

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