Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht auch langfristig keine Entspannung an den Energiemärkten. Im Gegenteil: „Der Preisdruck könnte sich weiter verstärken, da die Nachfrage mit dem Beginn der kalten Jahreszeit auf der Nordhalbkugel steigt und die Länder ihre Reserven wieder auffüllen“, warnt Direktorin Kristalina Georgiewa.
Selbst wenn der Iran-Krieg bald ende, dürften die Preise bis 2027 weiter hoch bleiben, so Georgiewa. Die herausfordernde Situation bei den Energiepreisen und der Boom rund um künstliche Intelligenz trieben die Preise an, warnt die Ökonomin weiter. Zölle, Verteidigungsausgaben und eine hohe Staatsverschuldung könnten zusätzlich die Teuerungsrate anheizen.
„Jetzt könnte in vielen Ländern ein umsichtig restriktiverer Ansatz in der Geldpolitik angebracht sein“, sagt Georgiewa. Sie lobt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan, bereits ihre Leitzinsen angehoben zu haben.
Zugleich bemängelt Georgiewa die bisherige Finanzpolitik einiger Industrieländer. Höhere Leitzinsen ließen die kurzfristigen Zinsen steigen und verteuerten damit die Schulden.
EU will Methan-Regeln wegen Energiekrise verschieben
Als Reaktion auf die ausufernden Energiepreise will die Europäische Kommission nun eine Klimaschutzmaßnahme für das Treibhausgas Methan vorerst lockern. „Wir werden den Exporteuren für ein weiteres Jahr Flexibilität in Bezug auf Methan erlauben“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag im Europaparlament in Straßburg. „Das spart in Krisenzeiten zusätzliche Kosten.“
Ab 1. Jänner 2027 müssen Unternehmen für bestimmte Lieferverträge auch nachweisen, dass der Produzent im Herkunftsland seine Methan-Emissionen mindestens so sorgfältig überwacht und dokumentiert, wie es die EU von ihren eigenen Unternehmen verlangt. Diese Vorschriften sollen nach Willen der Kommission nun verschoben werden. Die Behörde muss dies noch offiziell vorschlagen und die EU-Länder sowie das Europaparlament zustimmen.
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