Die nächsten 14 Tage. Ihn nur auf diese Aussage zu reduzieren, das wäre ungerecht. Dennoch bleibt vom leidgeprüften Corona-Gesundheitsminister Rudolf Anschober vor allem ein von ihm so oft gehörter Sager in Erinnerung: „Die nächsten 14 Tage werden entscheidend.“ Der Grünen-Politiker meinte damit während seiner Amtszeit die Pandemie-Entwicklung und ihre Folgen. Um die Bewältigung einer Pandemie wie einst bei Türkis-Grün geht es jetzt zwar nicht. Was in der türkis-rot-pinken Nachfolgeregierung zu bewältigen ist, scheint aber ähnlich schwer bekämpfbar wie die Seuche damals: Kann diese Koalition noch Tritt fassen? Und was hat das mit dem Anschober-Spruch zu tun?
Druck auf Kanzler und SPÖ. Schon in den vergangenen Monaten hatte sich das Bild verfestigt, die drei Parteien würden auf der Stelle treten. Daher rief ÖVP-Kanzler Christian Stocker nach dem für ihn und die Regierung so durchwachsenen Sommer den „Herbst der Ergebnisse“ aus. Doch nach der SPÖ-Implosion am vergangenen Wochenende fragen sich nicht nur die Regierungspartner, ob die Roten noch arbeitsfähig sind. Auf gut Österreichisch: Derrappelt sich die SPÖ noch? Und wer hat dort überhaupt jetzt, in drei Monaten und in einem halben Jahr das Sagen? Auf der zunehmend nervöser werdenden türkis-schwarzen Seite wird man sich genau anschauen, wie die Roten in den nächsten Wochen agieren. Beschäftigen sie sich nur noch mit sich selbst oder bringen sie in der Regierung doch etwas weiter? Der Druck steigt. Auch auf den Kanzler: Von ihm wird erwartet, nun vorzulegen. Von der SPÖ, mitzuziehen. Die nächsten 14 Tage – sie könnten entscheidend für die Republik werden.
Kommen Sie gut durch den Mittwoch!
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