US-Außenminister Marco Rubio ist am Montag in Island gelandet und hat dort die strategische Bedeutung des Landes für die Sicherheit hervorgehoben. Die Insel sei seit langem „ein wichtiger Außenposten für die Überwachung geheimer Aktivitäten und die Abschreckung unserer Gegner“, sagte der Minister am Dienstag in Reykjavik.
Er hatte zuvor Gespräche mit Islands Regierungschefin Kristrun Frostadottir und Außenministerin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir geführt. Inhalte waren unter anderem Geothermie, Rechenzentren und die Pharmaindustrie. Das Weiße Haus strebt unter US-Präsident Donald Trump einen größeren Einfluss in der rohstoffreichen Arktisregion an. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Konkurrenz durch China und Russland soll die Kontrolle über Zufahrtswege zur Arktis gefestigt werden.
Island hat seit seiner Unabhängigkeit 1944 keine eigenen Streitkräfte mehr. Das Land verlässt sich in Sicherheitsfragen auf die NATO sowie auf ein bilaterales Verteidigungsabkommen mit den Vereinigten Staaten, das 1951 unterzeichnet wurde. Die USA haben keinen ständigen Militärstützpunkt in dem kleinen Land.
„Angelegenheit geklärt“
Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach mit der Annexion der dänischen Insel Grönland gedroht. Ende September unterzeichnete die US-Regierung ein Sicherheitsabkommen mit Dänemark und Grönland, das es Washington unter anderem ermöglicht, dort zwei Militärstützpunkte zu errichten. Die isländische Außenministerin Gunnarsdottir sagte, die Angelegenheit sei nun geklärt. Sie begrüßte das Abkommen am Dienstag und kündigte an, die Beziehung zu den USA weiter stärken zu wollen.
Im September hatte Trump für eine weitere Kontroverse gesorgt, als er eine KI-generierte Karte verbreitete, auf der ganz Nordamerika, die Karibik, Grönland und Island als „Vereinigte Staaten von Amerika“ dargestellt werden. Reykjavik bestellte daraufhin den US-Botschafter ein und bezeichnete die Karte als „völlig unangemessen“.
Island ist der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas nach dem Vereinigten Königreich. In dem Land leben knapp 400.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
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