Angesichts der angespannten Linzer Finanzlage wurde ohnehin schon darüber diskutiert, ob man sich die rund sechs Millionen Euro schwere Neugestaltung des Hauptplatzes derzeit leisten kann. Nun stellt sich diese Frage zumindest vorerst nicht: Der Baustart wird abermals verschoben. Der zuletzt angepeilte Termin im April 2027 ist vom Tisch – einen neuen gibt es vorerst nicht.
Dabei hatte die Stadt erst im Frühjahr einen neuen Fahrplan präsentiert. Ursprünglich sollte der Umbau bereits im Herbst 2026 beginnen. Dann stellte sich heraus, dass auch die Abdichtung der Tiefgaragendecke unter weiten Teilen des Platzes saniert werden muss. Die Arbeiten wurden zusammengelegt, der Start auf April 2027 verschoben. Die Bauzeit sollte trotz des größeren Umfangs bei rund zwei Jahren bleiben.
Rechtliche und vertragliche Fragen
Doch daraus wird nun ebenfalls nichts. Diesmal sind es rechtliche und vertragliche Fragen rund um die Tiefgarage, die für die nächste Verzögerung sorgen. Bevor die Arbeiten ausgeschrieben werden können, müssen diese mit dem Betreiber verbindlich geklärt werden.
„Neugestaltung wird umgesetzt“
„Die Neugestaltung des Hauptplatzes wird umgesetzt“, betont SP-Bürgermeister Dietmar Prammer. Bevor gebaut werden könne, müssten allerdings sämtliche rechtlichen Fragen rund um die Tiefgarage sauber geklärt sein. Die Abstimmungen würden mehr Zeit benötigen als ursprünglich angenommen. „Deshalb wird es im April 2027 noch keinen Baustart geben.“
Schon im Vorjahr ins Wanken geraten
Die Verzögerung reiht sich damit in eine ohnehin wechselvolle Geschichte des Millionenprojekts ein. Schon 2025 war die Neugestaltung angesichts der angespannten Linzer Finanzen politisch ins Wanken geraten. FPÖ-Stadtrat Michael Raml wollte das Projekt bis 2030 auf Eis legen, später äußerte auch ÖVP-Vizebürgermeister Martin Hajart finanzielle Bedenken.
Endlich Stopp-Taste drücken
Raml sieht sich durch die neuerliche Verzögerung in seiner Kritik bestätigt. „Ein solches Luxusprojekt ist für die Stadt Linz ohne weitere Verschuldung nicht finanzierbar“, so der Freiheitliche. Mehr als sechs Millionen Euro für die Begrünung seien angesichts notwendiger Investitionen in Schulen und Seniorenzentren nicht vertretbar. Und er legt nach: „Dieses Projekt wird ein immer größeres Fiasko, bei dem der Bürgermeister endlich die Stopptaste drücken muss.“
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