Das wohl umstrittenste Verkehrsprojekt im Ländle wurde am Freitag beim „Tag der offenen Baustelle“ gestürmt: Die Besucher und Besucherinnen ließen sich durch die Stollen führen.
Die derzeit größte Baustelle des Landes öffnete am Freitag ihre Tore und ließ Besucher und Besucherinnen ein: Über 5000 Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich einmal in den Tunnelröhren umzusehen. Ein Rundgang führte die Besucher insgesamt 400 Meter in den Flucht- und Rettungsstollen hinein und über den Tunnelast Felsenau wieder retour. Unter Tage lieferte die mit dem Bau des
Haupttunnels beauftragte ARGE Jäger Bau/Strabag/Hilti & Jehle spannende Einblicke. Die Feuerwehr Frastanz war zudem mit einem Tunnel-Einsatzfahrzeug vor Ort.
Dabei wurden die verschiedenen Aspekte des Tunnelbaus näher vorgestellt – angefangen vom Vortrieb über Tunnelausrüstung und Tunnelsicherheit bis zur Logistik und dem Prozess, wie aus dem ausgebrochenen Gestein wieder Rohstoff wird. Anfang September wurde der 893 Meter lange Tunnelast Felsenau fertig ausgebrochen, wenig später auch der parallel verlaufende Flucht- und Rettungsstollen. Nun folgen der Bau des unterirdischen Kreisverkehrs mit Anschluss an den Tunnelast Tisis, der Maschinenkaverne für Lüftung und elektromaschinelle Einrichtungen, des Schrägschachts sowie des Tunnelasts Altstadt. Dieser Abschnitt wird bis September 2027 vorgetrieben.
Projekt sorgt für Diskussionen
Der Stadttunnel soll den Gesamtverkehr an der Bärenkreuzung um etwa ein Viertel verringern, den Schwerverkehr um fast zwei Drittel. Zwischen Tisis und der Felsenau soll sich dadurch die Luftgüte deutlich verbessern. Projektgegner fürchten allerdings, dass die Entlastung weit geringer als angenommen ausfallen und der Verkehr sogar noch zunehmen könnte.
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