Ganzjährige Öffnung

Waldpark Hochreiter macht sich fit für den Winter

Steiermark
03.10.2026 20:00

Große Pläne für den Waldpark Hochreiter in der Steiermark: Fünf Millionen Euro wurden bereits in die Modernisierung des Ausflugsziels investiert. Ab 2027 soll der Park auch in der kalten Jahreszeit geöffnet bleiben.

Im Eingangsbereich des Waldparks Hochreiter in Breitenau am Hochlantsch wuselt es. Gerade ist eine Schulklasse aus einem Bus gestiegen. Die Kinder freuen sich auf eine waldpädagogische Führung durch das Ausflugsziel, inklusive Fütterung von Tieren und Pausen auf den Spielplätzen. Der Ausflug ist aber nicht nur eine spaßige Abwechslung vom Schulalltag, gleichzeitig lernen die Kinder auch über den Wald und seine Bewohner.

Das Thema Lernen steht im Waldpark an zweiter Stelle, gleich nach dem Spaß. „Die Spielbereiche im Park haben alle einen waldpädagogischen Hintergrund. Der große Rutschenturm zum Beispiel ist nach den Elementen des Baumes aufgebaut, also Wurzel, Stamm, Äste und Blätter. Beim Holzfäller-Trail geht es um das Thema Holzlogistik. Da lernen die Kinder spielerisch, wie der Baum vom Wald ins Sägewerk kommt“, erklärt Angelika Pretterhofer. Gemeinsam mit ihrem Mann Erhard hat sie den Erlebnispark 2020 übernommen.

Seither hat sich viel getan: „Den Betrieb gibt es bereits seit 1989, meine Schwiegereltern haben ihn aufgebaut. Als sie dann in Pension gehen wollten, sollten wir ihnen helfen, einen Nachfolger zu finden. Im Zuge der Suche haben mein Mann und ich uns entschieden, das selbst zu übernehmen. Der Waldpark ist ja komplett autark. Um das beizubehalten, aber trotzdem wirtschaftlich zu arbeiten, haben wir als Erstes eine große Photovoltaikanlage gebaut“, blickt die Chefin zurück. Was folgte, war ein neues, modernes Restaurant und die Erweiterung des Parks durch diverse neue Spielbereiche.

15
HEKTAR
Der Erlebnispark erstreckt sich auf rund 15 Hektar Wald. Etwa 200 Tiere 22 verschiedener Arten – vom Waschbär über die Ziege bis zum Alpaka – haben hier ihr Zuhause gefunden.

Etwa fünf Millionen Euro investierte das Ehepaar bereits in die Modernisierung und Erneuerung des Parks. Dass sich diese Summe auch ausgezahlt hat, bestätigen die Besucherzahlen: Im Jahr 2025 wurden von April bis November rund 94.000 Gäste gezählt, unter ihnen etwa 2500 bis 3000 Schüler und Kindergartenkinder. Für das heurige Jahr liegt noch keine genaue Zahl vor – der Park ist noch bis zum Ende der Herbstferien geöffnet. Aber: „Die 100.000 haben wir dieses Jahr sicher geknackt“, freut sich Pretterhofer.

Große Pläne für 2027
Aber was ist das Geheimnis des Erfolgs und geht eigentlich noch mehr? „Das Geheimnis dahinter wüssten wir auch gerne“, lacht die Besitzerin. Besonders sei auf jeden Fall die Nähe zu den Tieren: „Für uns ist es wichtig, dass die Kinder mit den Tieren in Berührung kommen.“ Sie ist sich aber auch sicher: „Es gibt nicht die eine Sache, die uns besonders macht, es steckt einfach viel Arbeit dahinter. Und natürlich spielt auch das Wetter eine riesige Rolle.“

Im heurigen Sommer gab es im Waldpark keinen einzigen Regentag. Für den Wald sei das nicht „lustig“ gewesen, für die Besucher allerdings schon: „Wir sind hier ja auf über 1000 Metern, da ist es ein paar Grad kühler. Und im Wald fühlt sich Hitze sowieso gleich anders und besser an.“ Hinzu kommt der Wasserspielplatz, der gerade an heißen Sommertagen ein besonderes Highlight für Kinder ist.

Restaurant wird ausgebaut
Zurück lehnt sich im Waldpark trotz des Besucheransturms aber niemand. Auch für das nächste Jahr gibt es bereits große Pläne: „Im Winter möchten wir unser Restaurant ausbauen und erweitern, damit wir mehr Sitzplätze im Inneren haben. Ab nächstem Jahr soll der Park dann nämlich ganzjährig geöffnet bleiben“, verrät die Chefin.

Um auch in den nächsten Jahren weiterhin ein beliebtes Ausflugsziel über die steirischen Grenzen hinaus zu bleiben, lassen sich die Pretterhofers immer wieder etwas Neues einfallen, wie jüngst die Käfersafari-Wiese, auf der alles über die Kraft der kleinsten Waldbewohner – Käfer und Insekten – gelernt werden kann. Die Inspiration für diese neuen Spielbereiche kommt aus den eigenen Reihen: „Unser achtjähriger Sohn ist unser größter Lehrmeister. Wir schauen einfach, was er und seine Freunde gerne machen, und dann packen wir das in den nächsten Bereich im Waldpark.“

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