Auf bis zu 38 Grad klettert das Thermometer in der kommenden Woche in unserem Bundesland. Wie Störche, Hasen, Bienen & Co. über den Sommer kommen – und was wir Menschen uns von ihnen abschauen können.
Insgesamt setzen unsere Tiere auf eine Kombination aus Abkühlung von außen und energiesparendem Verhalten, verlegen also ihre Aktivitäten mehr in den Morgen oder die Abendstunden und schlafen auch mehr“, bringt es Karin Winkler, Geschäftsführerin der Tierwelt Herberstein, auf den Punkt. Daran könnten wir uns doch orientieren – wenn da nicht Alltag und Beruf oft im Weg wären. . .
Darüber hinaus versucht man dort, Exoten wie einheimischen Arten das hitzige Leben so leicht und artgerecht wie möglich zu machen. „Ihnen stehen ausreichend Rückzugsorte zur Verfügung, wie Höhlen oder Schlammbäder. Dazu unterstützt unser Tierpflegerteam etwa die Vielfraße oder Mandrills mit gefrorenen Leckerbissen, solche ,Eisbomben’ bieten auch Beschäftigung. Wer es mag, bekommt kühle Duschen.“
Jede Tierart hat für sich eine Strategie entwickelt, um Wetterextreme zu überstehen. Sonst wäre sie heute nicht mehr da.

Monika Großmann, Kleine Wildtiere in großer Not
Bild: Jürgen Radspieler
Einen Blick in die heimische Wildtierwelt schenkt uns Monika Großmann vom engagierten Verein Kleine Wildtiere in Not: „Sie versuchen alles, um Energie zu sparen, passen ihre Aktivitäten an. Selbst Tiere, die tagaktiv sind, gehen tagsüber in den Schatten und versuchen, sich so wenig wie möglich zu bewegen.“ Fuchs und Hase sagen dem Sommer unterirdisch gute Nacht – „sie graben sich Erdlöcher, weil die Erde ihre Körper schön kühl hält. Solche Mulden und Kuhlen bieten auch Schutz vor Raubtieren.“
Der Storch, das weiß der steirische Storchenvater Helmut Rosenthaler, hat eine ganz besondere Strategie entwickelt, um kühl durch den Sommer zu stolzieren. Rosenthaler: „Er kotet sich auf die Beine.“ Durch diese weiße, feuchte Schutzschicht wird bei der Verdunstung Körperwärme entzogen, dazu reflektiert sie die Sonnenstrahlen. Dieses Wissen bekommen schon die Jungen in die Wiege gelegt.
Er weiß aber auch, dass Störche derzeit enorm unter Stress stehen: „Weil sie in der Hitze viel zu wenig Futter finden. Die Wiesen sind ausgetrocknet, Heuschrecken sind weg, ohne Beifütterung würden viele regional elendiglich verhungern.“
Die Heuschrecken verstecken sich im Wald, weiß mit Johannes Gepp der oberste steirische Naturschützer. Der auch beobachtet, wie wenig Insekten unterwegs sind, „das bemerkt jeder Autofahrer auf der Windschutzscheibe ja auch.“ Sie suchen Schutz oft genug in den Wohnstätten der Menschen, versuchen ins Hausinnere zu kommen.
„Ab 54 Grad, und die erreicht es auf heißen Steinen oder auf Sand, stirbt jedes Insekt, auch die Ameisen.“
Bitte dringend Wildtiere tränken
Der Experte weiß, was etwa Bienen brauchen, um die Hitze zu überstehen: „Sie holen tropfenweise Wasser und fächeln damit im Stock, um diesen abzukühlen.“ Schüssel mit frischem Wasser auf Balkon und in Gärten aufzustellen, rettet Tieren das Leben!
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