Lange ließ die Trockenheit die Hoffnung auf eine reiche Schwammerlernte schwinden. Erst die jüngsten Regenfälle locken mancherorts wieder Steinpilze und Eierschwammerln aus dem Waldboden. Doch bei aller Freude über die späte Ernte darf eines nicht vergessen werden: Der Wald ist kein Selbstbedienungsladen! Sonst drohen hohe Strafen.
Grundsätzlich gehören die Pilze dem jeweiligen Waldeigentümer. Wo das Sammeln nicht ausdrücklich verboten ist, dürfen Schwammerlfreunde maximal zwei Kilogramm pro Tag für den Eigenbedarf mitnehmen. In Naturschutzgebieten kann hingegen ein vollständiges Sammelverbot gelten. Wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Strafen von 150 bis 730 Euro oder sogar eine Freiheitsstrafe.
Pilze als Lebensversicherung des geheimnisvollen Waldes
Dabei sind Pilze weit mehr als eine kulinarische Köstlichkeit. Rund zwei Drittel aller Arten sind auf den Wald als Lebensraum angewiesen. Sie zersetzen abgestorbenes Holz, versorgen Bäume über ihre Wurzeln mit Nährstoffen und halten damit den natürlichen Kreislauf am Leben.
„Eierschwammerl, Steinpilze, Paradoke und wie sie alle heißen sind wesentlich für das Ökosystem, auch die giftigen, die oft genau deswegen zertreten werden’, betont Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. Nachhaltige Holznutzung, Totholz und artenreiche Mischwälder schaffen wertvolle Lebensräume und stärken die biologische Vielfalt.
Naturverstand statt Selbstbedienung
Auch Markus Hoyos, Obmann der Land&Forst Betriebe Niederösterreich, appelliert an den Naturverstand der Schwammerlsucher. Die Waldeigentümer würden nicht nur das strenge Forstgesetz einhalten, sondern Verantwortung für kommende Generationen übernehmen. Sein Anliegen: ,Wer mit offenen Augen durch den Wald streift, sollte auch dessen Grenzen respektieren. Denn nur wenn Sammelfreude und Naturschutz Hand in Hand gehen, bleibt der Wald ein lebendiger Schatz.‘ Der Autor dieser Zeilen wurde selbst Augenzeuge wie ein weiblicher Plünderer zwei prall gefüllte Säcke aus einem Waldstück im mittleren Pielachtal schleppte. . .
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