Allein Juni bis August

Rekord-Sommer forderte beinahe 1000 Hitzetote

Österreich
02.10.2026 05:55

Österreich glühte in den diesjährigen Sommermonaten. Bis zu 41,3 Grad ließen nicht nur landesweit die absoluten Hitze-Allzeitrekorde purzeln. Für viele Menschen waren die hohen Temperaturen zu viel.

Es war ein Sommer, der in die Geschichtsbücher einging. Schon im Juni wurde an rund der Hälfte der 277 Wetterstationen im Land die 35-Grad-Marke erreicht oder überschritten, im Juli knackte Wieselburg (NÖ) mit 40,3 Grad den seit 1983 bestehenden Rekord. Im August folgten beispiellose Werte, die am 5. August mit 41,3 Grad in Bad Deutsch-Altenburg (NÖ) in einem absoluten Allzeitrekord gipfelten.

Mehrere teils Wochen andauernde Hitzewellen brachten Mensch und Natur an den Rand des Erträglichen – und darüber hinaus. Laut Schätzungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) starben im diesjährigen Rekord-Sommer zumindest 995 Menschen an den Folgen der Hitze.

Inklusive September bis zu 1276 Tote laut Berechnungen
So viele wie noch nie – und das, obwohl der September noch gar nicht einberechnet wurde. Die Schätzungen der AGES geben inklusive September eine dramatische Zahl von bis zu 1276 Toten an.

Fürchterliche Zahlen: Heuer starben so viele Menschen an der Hitze wie noch nie.
Fürchterliche Zahlen: Heuer starben so viele Menschen an der Hitze wie noch nie.(Bild: Diverse Fotografen honorarfrei)

Der traurige bisherige Rekord von 989 Toten im Jahr 2024 (allerdings geschätzt für den Zeitraum von Juni bis September) wurde also heuer schon im August übertroffen, 2025 bezahlten 449 Menschen, aufgrund weniger intensiver Hitzewellen, die hohen Temperaturen mit ihrem Leben. Es handelt sich dabei freilich um keine Zählung, sondern um eine Schätzung mit 95-prozentiger Sicherheit.

Von 415 Quadratkilometern Gletscher nur noch 285 übrig
Nicht nur der Mensch leidet unter Hitzewellen und ausbleibenden Niederschlägen. Forscher von elf Institutionen, etwa der Universitäten Graz, Salzburg und Innsbruck sowie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der GeoSphere Austria, vermaßen und kartierten für das neue Gletscherinventar alle Eisflächen Österreichs. Das Ergebnis schockiert: Von 415 Quadratkilometern, die Mitte der 2000er-Jahre von Eis bedeckt waren, sind nur noch 285 (Schwankungsbreite: ± 12 km²) übrig.

Greenpeace veranschaulicht den Gletscherschwund am Beispiel des Osttiroler Schlatenkees.
Greenpeace veranschaulicht den Gletscherschwund am Beispiel des Osttiroler Schlatenkees.(Bild: APA/GREENPEACE/MITJA KOBAL)

Gletscher verloren mehr als 80 Prozent ihres Eises
Mit 31 Prozent verschwand damit seither fast ein Drittel, 95 Gletscher gibt es gar nicht mehr. Nur noch neun der 799 erfassten Gletscher sind übrigens größer als fünf Quadratkilometer. Vor allem in niedrigen Gebirgsgruppen mit kleinen Gletschern, etwa dem Vorarlberger Rätikon oder dem Salzburger Hochkönig sind die Folgen katastrophal – sie verloren bereits mehr als 80 Prozent ihrer Gletscherfläche.

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Die Flächenverluste in den letzten Jahren waren extrem. Wir schauen den Gletschern aktuell beim Verschwinden zu.

Lea Hartl vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung

Die Forscher gehen übrigens davon aus, dass sich der Gletscherverlust weiter beschleunigen wird. Die eine oder andere Gebirgsgruppe dürfte demnach in den nächsten Jahren vollständig eisfrei werden.

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