Verwechslungsgefahr!

Viele Vergiftungen: Vorsicht vor diesen Pilzen

Österreich
07.09.2026 12:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Gesundheitsministerin Korinna Schumann warnte am Montag eindringlich alle Schwammerl-Fans: „Jedes Jahr kommt es zu schweren Vergiftungen, weil giftige Pilze mit essbaren verwechselt werden.“ Bei einigen Schwammerl-Arten sollte man besonders genau schauen.

Vorsicht ist etwa beim Knollenblätterpilz geboten. Beim Grünen Knollenblätterpilz und anderen amanitinhaltigen Pilzen treten erste Beschwerden häufig erst viele Stunden nach dem Verzehr auf. Auf starkes Erbrechen und Durchfälle könne zunächst eine scheinbare Besserung folgen, bevor schwere Leber- und Nierenschäden auftreten.

Kann zu tödlichem Leberversagen führen
„Schon der Verzehr eines einzigen Knollenblätterpilzes reicht, um bei einem Erwachsenen ein tödliches Leberversagen zu verursachen“, warnte Dieter Genser, Experte der Vergiftungsinformationszentrale. In schweren Fällen könne eine Lebertransplantation notwendig werden.

Steinpilze können mit giftigen Satansröhrlingen verwechselt werden.
Steinpilze können mit giftigen Satansröhrlingen verwechselt werden.(Bild: flafabri - stock.adobe.com)

Problematische Doppelgänger
Der Grüne Knollenblätterpilz kann unter anderem mit grünen Täublingen, dem Parasol oder anderen Lamellenpilzen verwechselt werden. Besonders junge Pilze sind schwierig zu unterscheiden. Auch andere häufig gesammelte Speisepilze haben problematische Doppelgänger: Steinpilze können mit Gallen- oder Satansröhrlingen verwechselt werden, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen können.

Sie sehen aus wie Eierschwammerl, aber ...
Raukopf-Arten wiederum können mit Eierschwammerln verwechselt werden. Nach ihrem Verzehr sind schwere Nierenschäden bis zum dialysepflichtigen Nierenversagen möglich – Beschwerden können erst nach einigen Tagen auftreten oder vor einer Nierenschädigung sogar ganz fehlen.

Der tödlich giftige Pilz Spitzbuckeliger Rauhkopf.
Der tödlich giftige Pilz Spitzbuckeliger Rauhkopf.(Bild: Gerhard - stock.adobe.com)

Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall
Die häufigsten Beschwerden nach Pilzmahlzeiten sind den Angaben zufolge Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. Nicht immer steckt dahinter ein Giftpilz: Auch verdorbene, unzureichend gegarte oder größere Mengen essbarer Pilze können Beschwerden verursachen. Kleine Kinder reagieren erfahrungsgemäß besonders häufig mit Verdauungsproblemen.

Apps und KI keine sichere Pilzbestimmung
Die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) warnte ausdrücklich davor, sich bei der Pilzbestimmung auf Apps, KI oder den Vergleich mit Bildern aus dem Internet zu verlassen. Wer selbst gesammelte Pilze essen möchte, sollte sich sehr gut auskennen oder die Pilze professionell bestimmen lassen. Pilzberatungen werden unter anderem von Pilzexpertinnen und -experten und vielerorts von Marktämtern angeboten. Für das sichere Sammeln gilt außerdem: Nur eindeutig identifizierte Pilze mitnehmen, kleine und junge Exemplare besser stehen lassen, Pilze nicht in Plastiksäcken transportieren, ausreichend garen und aufgrund ihrer schweren Verdaulichkeit nur in kleineren Mengen essen.

Schwammerl-Saison startet mit Verspätung
Die Schwammerl-Saison hat 2026 zumindest im Osten Österreichs aufgrund der langen Trockenheit später als in den vergangenen Jahren begonnen. Die VIZ der Gesundheit Österreich GmbH rechnet damit, dass sich die Zahl der Anfragen nach Pilzverzehr heuer deutlich nach hinten verschieben wird. Zwischen Jänner und Juli 2026 gingen bei der Zentrale 120 pilzbezogene Anfragen ein. Im Vergleichszeitraum waren es 2025 rund 180.

Beim Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte umgehend die Vergiftungsinformationszentrale kontaktiert werden. Bei schweren Beschwerden ist der Notruf zu wählen.

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