Leichtathletin Caro Bredlinger absolviert zurzeit die Justizsportlerausbildung in Steinbrunn. Die „Krone“ beuschte die 25-Jährige vor Ort und sprach mit ihr über ihren Alltag und Ambitionen.
Normalerweise bringt Caroline Bredlinger auf der Laufbahn ihre Beine zum Brennen. In den vergangenen Wochen rauchte bei Burgenlands Top-Leichtathletin vor allem der Kopf. Denn die 25-Jährige gehört zu jenen Justizsportlerinnen und -sportlern, die derzeit im VIVA-Zentrum in Steinbrunn wieder die Schulbank drücken.
Harter Alltag
Tagwache um 5.40 Uhr, eine Runde mit dem Hund, ab 7.50 Uhr Unterricht bis 16 Uhr und danach noch ins Lauftraining. So sah zuletzt Bredlingers Alltag aus. „In den ersten Tagen war es eine Umstellung. Acht Stunden sitzen und danach trainieren, das bin ich nicht gewohnt“, lacht die Trausdorferin. Gejammert wird trotzdem nicht: „Das gehört eben zu meiner Ausbildung – und ich weiß ja, wofür ich das mache.“ Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Neben Bredlinger büffeln in Steinbrunn unter anderem HYROX-Athleten, Mountainbiker und Gewichtheber. „Ich kann von den anderen Sportarten enorm profitieren.“
„Möglichst viel mitnehmen“
Auf der Laufbahn ist Caro Profi, im Lehrsaal heißt es trotzdem wieder aufpassen und mitschreiben. „Man lernt ja nie aus. Bei jedem Rennen nehme ich etwas mit – genauso ist es bei der Justizausbildung.“ Nur blöd in die Luft schauen und warten, bis die Zeit vergeht, kommt ohnehin nicht infrage. „Ich will möglichst viel mitnehmen. Schließlich möchte ich diesen Beruf später auch wirklich ausüben“, betont sie.
Zweite Praxisphase
Ob sich Caro als Spitzensportlerin stark von der Schülerin Caro unterscheidet? „Ja, diszipliniert muss man aber da wie dort sein – nur eben auf eine andere Art.“ Mit dem heutigen Ende des Theorieblocks ist die Schulbank vorerst Geschichte. Danach geht’s für Bredlinger in die Justizanstalt Eisenstadt und damit mitten hinein in die zweite Praxisphase. Der Kopf darf dann etwas weniger rauchen – die Beine dafür wieder umso mehr.
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