Armut in NÖ nimmt zu

Heizen ist für ein Viertel aller Mieter unleistbar

Niederösterreich
01.10.2026 19:00

Alarm schlägt das Armutnetzwerk, weil viele in Niederösterreich die Energiekosten nicht mehr bezahlen können. Außerdem wurden doppelt so viele Einkäufe im Sozialmarkt gemeldet!

Zwar herrscht derzeit tagsüber noch mildes Spätsommerwetter, doch in den Nächten kriecht schon die herbstliche Kühle in die Räume. Und in wenigen Wochen wird die Winterkälte das weite Land in frostigem Griff haben. Ein Moment, vor dem immer mehr Menschen in Niederösterreich Angst haben müssen.

Strom- und Heizkosten als Problem
„Die Sorge, die Wohnung im Winter nicht mehr heizen zu können, ist oftmals trauriger Alltag“, weiß Hilde Hanausek. Ein Viertel der Menschen im Land, die in Miete leben, könne sich die Strom- oder Heizkosten nicht leisten, berichtet die Obfrau des Armutsnetzwerks in Niederösterreich.

„Kein Randphänomen“
„Diese sogenannte Energiearmut ist kein Randphänomen mehr“, bestätigt Tanja Berger von der Universität für Weiterbildung in Krems. Österreichweit seien bereits mehr als jeder zehnte Haushalt oder mehr als eine Million Menschen davon betroffen. Doch die um sich greifende Armut äußert sich nicht nur beim Wohnen und Heizen.

Auch die Versorgung mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs stellt offenbar immer mehr Landsleute vor finanzielle Probleme. Das zeigt sich etwa im Sozialmarkt des Samariterbundes in Ebreichsdorf, Bezirk Baden.

Das NÖ Armutsnetzwerk schlägt Alarm: Tanja Berger, Hilde Hanausek, Barbara Bühler und Tamara ...
Das NÖ Armutsnetzwerk schlägt Alarm: Tanja Berger, Hilde Hanausek, Barbara Bühler und Tamara Majnek (v. li.)(Bild: NÖ Armutsnetzwerk.)

„Die Zahl der täglichen Einkäufe hat sich bei uns im Vergleich zum vorigen Jahr verdoppelt“, zieht Marktleiterin Bettina Jelenko Bilanz. Der Ansturm hat Folgen: „Der Bedarf an Spenden wächst.“ Besonders benötigt werden haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel. Auch helfende Hände sind jederzeit willkommen. „Zur Unterstützung im Markt oder bei der Abholung gespendeter Lebensmittel“, so Jelenko.

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