Nach elf Jahren

Auch dieses Land hat seinen Irak-Einsatz beendet

Ausland
01.10.2026 18:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Während die Kurden enttäuscht sind und nun um ihre Sicherheit in ihren autonomen Gebieten bangen, feiert die Zentralregierung in Bagdad den Abzug der letzten US-Soldaten aus dem Zweistromland. Von viel weniger Medieninteresse wird hingegen das Ende einer weiteren Irak-Mission begleitet. 

Die letzten US-Soldaten hätten das Land verlassen, teilte das US-Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Damit endet eine Zeit von teils heftig umstrittenen US-Militäreinsätzen in dem Land im Nahen Osten, mit denen der frühere Machthaber Saddam Hussein gestürzt und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpft wurde. „Dieser Meilenstein spiegelt den Erfolg einer zwölfjährigen Kampagne wider, durch die der IS als organisierte militärische Bedrohung im Irak und in der gesamten Region besiegt wurde“, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Deutsche Soldaten beim Feldlager in Erbil
Deutsche Soldaten beim Feldlager in Erbil(Bild: AFP/SAFIN HAMID )

„Operation Inherent Resolve“
An der „Operation Inherent Resolve“ waren zeitweise rund 80 Staaten weltweit beteiligt. Unter diesen befand sich auch Deutschland, das Ausbildner in den Irak entsandte, bei der Luftbetankung und der Aufklärung mithalf. Nun hat aber auch die Bundeswehr ihren Einsatz im Irak beendet.  Die letzten 28 deutschen Soldatinnen und Soldaten landeten am Donnerstag auf dem Luftwaffenstützpunkt Wunstorf in Niedersachsen, wie das Verteidigungsministerium am Donnerstag mitteilte. Zuvor war das Feldlager in Erbil an die irakische Regierung übergeben worden.

Die Soldaten seien auf Wunsch des Iraks abgezogen worden, hieß es weiter aus Berlin. Der deutsche Einsatz im benachbarten Jordanien ist von dem Abzug nicht betroffen.

Pro-iranischen Milizen müssen ebenfalls Waffen abgeben
Der 1. Oktober markiere zugleich den Beginn eines „Fahrplans zur Beendigung der Waffen außerhalb staatlicher Kontrolle“, erklärte Iraks Ministerpräsident Ali al-Saidi. Ein entsprechender Plan mit vereinbarten Fristen solle spätestens bis zum 30. Juni 2027 umgesetzt werden.

Eigentlich sollten die mächtigen, mit dem Iran verbündeten Milizen im Land parallel zum US-Truppenabzug entwaffnet und in den staatlichen Sicherheitsapparat eingegliedert werden. Die mächtigsten Einheiten im Land lehnen eine Entwaffnung bisher ab. Wird der Schritt gewaltsam umgesetzt, könnte dies eine neue Phase schwerer Gewalt zwischen den Gruppierungen auslösen. Der Iran feiert ebenfalls die „Vertreibung Amerikas“ aus der Region und aus dem geografischen Raum der islamischen Gemeinschaft.

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