Das Linzer Kunstmuseum Lentos entdeckt Erika Rössing neu: Rund 100 Werke geben Einblick in das poetische Universum der vergessenen Malerin, die sehr wohl eine regionale Bedeutung hatte. Erstmals seit Jahrzehnten erlaubt die Ausstellung auch einen Blick auf ein lange verschollenes Frühwerk.
Das Linzer Kunstmuseum Lentos widmet der Malerin Erika Rössing (1903-1977) eine umfassende Einzelausstellung. Sie ist heute wenig bekannt, war im 20. Jahrhundert aber regional sehr wohl bedeutend.
Die Künstlerin, die in Wien lebte, erhielt Unterricht bei Franz von Zülow und Josef Hoffmann und wurde vor allem durch ihre Stillleben bekannt. Ihr bevorzugtes Motivrepertoire umfasst Vögel, Früchte, Körbe, Krüge und Vasen, die in immer neuen Konstellationen erscheinen und sich mit geometrischen Ornamenten zu stillen, poetischen und mitunter melancholischen Bildräumen verbinden.
Die Werke wurden mehrfach in Linz präsentiert. Nach ihrem Tod gelangten zudem 50 Temperabilder aus ihrem Nachlass an die Neue Galerie der Stadt Linz, die Vorgängerinstitution des Lentos.
Die aktuelle Werkschau mit rund 100 Bildern holt diese Arbeiten einerseits aus dem Archiv, andererseits ergänzen private Leihgaben das Bild und ermöglichen einen neuen Blick auf das lange verschollene Frühwerk aus der NS-Zeit. Ausgewählte Arbeiten ihres Ehemanns Karl Rössing, eines der bedeutendsten österreichischen Grafiker des 20. Jahrhunderts, machen zugleich den lebenslangen künstlerischen Dialog des Paares sichtbar. Die Ausstellung läuft bis 24. Jänner 2027.
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