Wahlarztordinationen in Spitälern – dieser Vorschlag der FPÖ zum Gesundheitswesen war heute Thema im OÖ-Landtag. SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder wollte von Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (ÖVP) wissen, was sie von der Idee des blauen Regierungspartners hält. Kurz zusammengefasst: Sie erteilte Haimbuchners Vorstoß eine Abfuhr.
Dabei begann Haberlander durchaus freundlich. Sie bedankte sich für die „Vielfalt der Ideen“, die zur Verbesserung des Gesundheitssystems eingebracht würden. Danach wurde die Landeshauptmann-Stellvertreterin aber deutlich: Eine Finanzierung von Wahlarztleistungen durch das Land sei „jedenfalls nicht der naheliegende Weg, um die strukturellen Probleme der ambulanten Versorgung zu lösen“. Und: „Wir wollen nicht den Arztbesuch mit Landesgeld fördern.“
Zur Erinnerung: Haimbuchner hatte vorgeschlagen, bestehende Spitalsambulanzen zu vorgelagerten Wahlarztordinationen weiterzuentwickeln. Die Sozialversicherung sollte die Kostenerstattung übernehmen, das Land den verbleibenden Selbstbehalt.
Haberlander hält einen anderen Weg für sinnvoller. Die niedergelassene Versorgung müsse gemeinsam mit der ÖGK ausgebaut werden. Derzeit seien in Oberösterreich 49 Kassenarztstellen unbesetzt. Weitere 50 Stellen sollen laut Gesundheitsplan 2030 dazukommen. „Insgesamt liegt Oberösterreich bei den Kassenarztstellen um 135 Stellen unter dem Österreich-Schnitt“, so Haberlander in der Beantwortung der Anfrage durch Binder.
SPÖ-Politiker Binder fasste die Antwort der Gesundheitsreferentin so zusammen, dass der Vorschlag des blauen Regierungspartners offenbar „nicht sehr ausgegoren“ sei. Haberlander widersprach dem nicht. Stattdessen verwies sie auf ein Modell, das bereits am Kepler Uniklinikum erprobt wird: eine allgemeinmedizinische Ambulanz zur Erstversorgung.
Denn ein Teil des Problems liegt laut Haberlander an den Öffnungszeiten im niedergelassenen Bereich. Rund 25 Prozent der Akutpatienten würden zwischen 19 und 7 Uhr in den Spitalsambulanzen aufschlagen. Deshalb setzt die ÖVP-Politikerin auch auf eine stärkere Primärversorgung rund um die Uhr.
„In erster Linie sind diese Kassenarztstellen zu besetzen“, sagte Haberlander. Zusätzliche Modelle zur Entlastung der Ambulanzen könne man sich aber sehr wohl ansehen.
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