Zum Geburtstag in Wien

Nach zwölf Jahren: Turrini-Stück feiert Comeback

Kärnten
26.09.2026 09:00
Porträt von Kärntner Krone
Von Kärntner Krone

Wenn vier Kärntner auf der Bühne in der Bundeshauptstadt Theater machen: „Was macht man, wenn ...“ feiert nach zwölf Jahren seine Wiederaufnahme zum Geburtstag Turrinis.

Peter Turrini, der wortgewaltige Meister des Theaters, feiert heute seinen 82. Geburtstag. Einer, der seit Jahrzehnten unbequeme Fragen stellt, und den Finger in gesellschaftliche Wunden legt. Der in St. Margarethen im Lavanttal geborene Dramatiker hat sich jedoch nicht ausschließlich auf die Theaterbühne beschränkt, sondern auch vereinzelt Ausflüge in Prosa und Lyrik unternommen und auch zwei Kinderbücher geschrieben.

Mit „Was macht man, wenn Ratschläge für den kleinen Mann“ erhielt Turrini 2010 den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. Vier Jahre später feierte die Dramatisierung im Dschungel Wien ihre Uraufführung – mit einem Kärntner Produktionsstab.

„Ergriffen von Schönheit und Stille Deiner Regie“ 
Die in Spittal an der Drau geborene Regisseurin Nika Sommeregger lernte Turrini bei ihrem Studium der Theaterwissenschaften kennen – seitdem ist sie mit dem Nestroy-Preisträger tief Verbunden. „Einmal hat er mir erzählt, dass er sich Figuren ausdenkt und in seinem Kopf Dialoge ablaufen. Als ich ,Was macht man wenn ’ gelesen habe, war ich überzeugt, dass es auf die Bühne gehört, weil es eben so dialogisch geschrieben wurde“, so Sommeregger.

Das Stück wird musikalisch umrahmt.
Das Stück wird musikalisch umrahmt.(Bild: Ani Antonova)
Mit einfachen Mitteln zieht das Bühnenbild die Zuschauer in den Bann.
Mit einfachen Mitteln zieht das Bühnenbild die Zuschauer in den Bann.(Bild: Ani Antonova)

Drei Monate lang stellten sich die Kärntner Schauspieler Micha Kristof-Kranzelbinder und Christian Krall den großen und kleinen Fragen des Lebens: „Was macht man, wenn man wo zum Essen eingeladen ist und das Essen grauslich ist?“ – oder – „Was macht man, wenn Soldaten auf dem Dach landen?“ Auch Turrini selbst schaute während der Probenarbeit mehrmals vorbei und fand offenbar Gefallen: „Zwei tolle Schauspieler, ein schlichtes wie beeindruckendes Bühnenbild und eine hervorragende, phantasievolle Inszenierung“, schrieb der Dramatiker später an Sommeregger.

Wiederaufnahme bei  „Jungen Theater Wien“
„Ich habe in den letzten Jahren so viel Brülltheater auf deutschen Bühnen gesehen, so viel Regieeinfallsucht und zu wenig Poesie und Literatur, daß mich Deine Arbeit richtig froh, ja glücklich gemacht hat. Ich habe lang mit meiner Verlegerin telefoniert und sie, die ja berufsmäßig fast jeden Abend Aufführungen sieht, war auch ergriffen von der Schönheit und Stille Deiner Art von Regie. Bitte lass Dir nichts von diesen schönen Eigenschaften wegnehmen, sie sind sehr wertvoll.“

Ein schönes Kompliment für eine Inszenierung, die schließlich jahrelang durch Österreich tourte und dabei immer wieder neue junge Zuschauer mit Turrinis Fragen konfrontierte. Nun kehrt „Was macht man wenn …“ zurück: Beim „Jungen Theater Wien“ – ein Kulturbetrieb der unter dem Motto „Wo du aufwächst ist deine Kultur zuhause“ eine Vielfalt an Produktionen in die Wiener Außenbezirke bringt.

So wandern die Fragen Turrinis weiter, von einer Generation zur nächsten, von der Bühne in die Köpfe und Herzen des Publikums.

26. Sept. im Kulturzentrum F23. 22. und 23. Nov. VHS Großjedlerdorf. Information: jungetheaterwien.at

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