Gerhard Zeiler (71) macht sein Angebot an die SPÖ jetzt in der „Krone“ offiziell: „Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen.“
„Da mein Name jetzt seit einigen Wochen wieder durch die Presse gegeistert ist, habe ich mir gesagt, du musst dich entscheiden. Man kann das weder anderen noch sich selbst zumuten, nicht klar Stellung zu nehmen“, sagt der international bekannte Medienmanager zu „Krone“-Interviewerin Conny Bischofberger. „Deshalb habe ich mir folgende Fragen gestellt: Bin ich in der Lage, das zu tun? Habe ich die Kraft dazu? Habe ich das Wissen dazu? Habe ich die Erfahrung dazu? Habe ich den notwendigen Mut, auch Dinge zu ändern? Meine Antwort lautet: Ja. Deshalb stehe ich zur Verfügung.“
„Aber das ist kein Putsch“
Zeiler weiter: „Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen.“ Aber: „Ich habe noch nie in meinem Leben wo gearbeitet, wo ich nicht gewollt bin. Und jetzt muss die SPÖ sagen: Ist Gerhard Zeiler gewollt oder ist er nicht gewollt?“ Zeiler betont: „Aber das ist kein Putsch. Denn die SPÖ ist eine demokratische Partei, und sie und niemand anderer wird entscheiden, wer an ihrer Spitze steht.“
Das ganze Interview von Conny Bischofberger lesen Sie am Wochenende bei KronePLUS und in der Print- oder Epaper-Ausgabe der Kronen Zeitung!
Schwache Umfragewerte bringen Babler unter Druck
In der SPÖ gehen seit Wochen ob schwacher Umfragewerte die Wogen hoch – obwohl eine Obmanndebatte nach außen hin negiert wird, gilt Parteichef und Vizekanzler Andreas Babler auch intern als angezählt. Zeilers Vertrag als „President International“ bei Warner Bros. Discovery läuft jedenfalls bis 2028.
Machtkampf tobt seit Anfang des Jahres
Bereits Anfang des Jahres tobte innerhalb der SPÖ zwischen Ex-Kanzler Christian Kern und Babler ein Machtkampf, der im Februar in einer abgesagten Kampfkandidatur Kerns gipfelte. Diese Absage bescherte Babler zwar die unangefochtene Wiederwahl, doch seine Gegner verstummten in der Folge nicht. Im Gegenteil. Die parteiinterne Unzufriedenheit wächst bis heute stetig, mehrere Landesorganisationen (Burgenland, Steiermark, Niederösterreich, Kärnten) drängen auf eine Ablöse an der Parteispitze. Dass nun offensichtlich auch Wiens mächtiger Bürgermeister Michael Ludwig eine Kandidatur Zeilers befürwortet, setzt Babler noch mehr unter Druck.
Babler will um Chefposten kämpfen
Aber: Nach Insider-Informationen denkt Babler nicht daran, sein Amt zurückzulegen. Entscheiden müsste dann die Basis. Das würde wohl einen neuen monatelangen Machtkampf in Bewegung setzen. Denn: Stürzen kann man Babler nur, wenn zehn Prozent der Mitglieder eine Direktwahl verlangen. Dann hat Babler freilich noch immer die Chance, sich bei diesem Mitglieder-Entscheid gegen Zeiler durchzusetzen, was nicht auszuschließen ist.
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