Tango-Oper beim ke

Von Leidenschaft und Elend, Schönheit und Gewalt

Kärnten
24.09.2026 14:00

Das klagenfurter ensemble (ke) setzt zum Saisonauftakt auf den burgenländischen Bühnenmagier Peter Wagner, der mit „María de Buenos Aires“ Astor Piazzollas grandiose „Tango Operita“ in Szene setzt – mit live Musik und 17 Protagonisten auf der Bühne.

Ich bin María María Tango, María der Vorstadt, María fatale Leidenschaft, María der Liebe zu Buenos Aires bin ich! So stellt sich diese temperamentvolle Verlorene in der wohl berühmtesten Gesangsnummer „Yo soy María“ vor. Der kongeniale Horacio Ferrer hat ihr bei aller traumbehafteten Surrealität seines Librettos ein archetypisches Frauenschicksal zwischen Lust und Leere, Schönheit, Elend und Gewalt in den Mund gelegt, das aus dem tristen Vorstadtleben der argentinischen Hauptstadt in Prostitution aus Not, gesellschaftliche Ächtung und gewaltsamen Tod führt.

Drei Hauptfiguren, fünf Musiker, neun Statisten

„Große Opernhäuser inszenieren den Stoff mit riesiger Besetzung. 
Für mich ist ,María de Buenos Aires’ aber keine große Oper, sondern ein Kammerspiel. Mit drei Hauptfiguren, fünf Musikern und neun Statisten haben wir jedoch auch 17 Protagonisten auf der Bühne. Das ist für das ke schon viel“, erzählt Wagner am Mittwoch beim Pressegespräch, das ihn aus den Proben reißt.

Vom Hocker gerissen hat der burgenländische Autor, Regisseur, Darsteller, Video- und Konzeptkünstler für ke und Co. schon mit vielen großartigen Produktionen wie die Kriegsoper „Rattensturm“, oder das Doppelstück „Der 13. Gesang der Hölle“.

Magie, Leidenschaft und Misere
Nun bettet Wagner das 1968 in Buenos Aires uraufgeführte Musiktheater in sein allumfassendes Können. Um Marías Tod dem Beginn voranzustellen und sie im Verlauf des Abends erzählend zurückzuholen ins Leben, wo sie als Schatten durch Buenos Aires irrt, Botschaften von einem betrunkenen Geist empfängt und am Ende wider aller traditionellen katholischen Glaubensanspielungen nicht Jesus, sondern sich selbst gebiert – María, immer wieder María!

Und María ist der Tango – „ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann“ – vom Quintett Piazzolleky live zum Klingen gebracht für eine Geschichte voller Magie, Leidenschaft und Misere, in der die Musik die eigentliche Hauptdarstellerin ist. Premiere: 30. September (20 Uhr).

Karten : 0463/310 300.

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