„Wien auf Zeit“ – fünf Jahre Polizeidienst in der Bundeshauptstadt und dann garantiert wieder zurück in die Heimat. Vor allem für Kärntens Exekutive sei das Projekt eine Win-win-Situation.
Dass Wien ein Polizei-Nachwuchsproblem hat, ist bekannt. Ganz anders die Situation in Kärnten: „Wir haben bezüglich Aufnahmebewerber eine extreme Qualität und Dichte. Weil es eben so viele sind, ist die Chance groß, dass sie bei uns nicht so schnell drankommen und warten müssen“, so Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß im „Krone“-Gespräch.
Und so hat das Innenministerium das Projekt „Wien auf Zeit“ ins Leben gerufen. Im Zuge dessen können Anwärter aus den Bundesländern künftig nach der Grundausbildung (freiwillig) ihren Dienst in Wien versehen.
Mit der Garantie, nach fünf Jahren wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können. „Das war bis dato ein Problem. Hat man sich einmal nach Wien orientiert, ist man nicht so schnell zurückgekommen. Und das hat viele, die eigentlich gerne Großstadterfahrungen gemacht hätten, abgehalten“, so Kohlweiß.
Die Wiener Polizei bekommt mehr Personal – und wir Beamte mit Großstadterfahrung zurück.

Michaela Kohlweiß, Landespolizeidirektorin Kärnten
Bild: Handler Wolfgang
Wertvolle Erfahrungen
Anders als Bezirksinspektor Christopher Puchreiter von der Polizeiinspektion Arnoldstein, der bereits 2014 den Schritt gewagt hat: „Ich wollte zur Polizei, aber keine zwei Jahre auf den nächsten Kurs warten. Also habe ich mich in Wien beworben.“ Wo der Kärntner folglich bis 2023 Dienst im 14. und 15. Bezirk versehen hat, und keinen Tag bereut. „Vor allem für junge Kollegen ist das eine gute Sache. In einer Großstadt wie Wien sammelst du einfach viele, unterschiedlichste Erfahrungen in viel kürzerer Zeit als am Land. Schon allein aufgrund der großen Einsatzdichte. Aber ich war dann schon froh, die Chance auf meine Rückkehr bekommen zu haben.“
Auch wenn es wohl auch Kärntner Kollegen geben wird, die sich am Ende für „Wien für immer“ entscheiden werden. Worüber man sich vor allem in der Bundeshauptstadt freuen würde. Parallel dazu sollen im Zuge des Projekts jährlich bis zu zehn Prozent jener Beamte, die derzeit in Wien „gefangen“ sind und auf Versetzungs-Wartelisten stehen, wieder zurück dürfen.
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