Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist mit einer Idee vorgeprescht. In Schulklassen sollen nicht mehr als 30 Prozent Schüler sitzen, die kein Italienisch sprechen. Ein Konzept, das auch in anderen westeuropäischen Ländern diskutiert wird.
Vor Jahren habe auch ich mich dazu öffentlich geäußert. „Ghettoklassen“, in denen kaum jemand mehr die Landessprache spricht, helfen Kindern und Jugendlichen in keiner Weise. Im Gegenteil: Schüler, die Deutsch beherrschen, verlernen es mitunter sogar. Kinder passen sich eben ihrer Umgebung an.
Wer integriert hier also wen? Mit wem sollen sich Kinder und Jugendliche auf Deutsch unterhalten? In vielen Fällen bleibt nur das Lehrpersonal übrig.
Funktionieren könnte vielleicht die Verteilung von Schülern, überlegte ich. Man müsste nur, wie in Kopenhagen, in manchen Bezirken Schulbusse organisieren.
Acht Jahre später lese ich nun Giorgia Melonis Idee und beginne zu zweifeln. Denn wie sieht inzwischen die Situation in Ballungsräumen aus? In Italien kann ich dies nicht beurteilen. Was österreichische Städte, allen voran Wien, betrifft, halte ich allerdings fest: Eine 30 Prozent-Obergrenze wird nicht umsetzbar sein.
Leider gibt es zu viele Schüler, die nicht oder nur mangelhaft Deutsch sprechen. Übrigens auch solche, die bereits in Österreich geboren wurden. Durchmischte Klassen, in denen Schüler voneinander profitieren, wären das Ideal. In der Praxis lässt sich das leider aber kaum noch realisieren.
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