Mit einem ganz besonderen Manöver holt sich die europäische Raumsonde JUICE Schwung für ihre lange Reise zum Planeten Jupiter: Am Montag nutzt sie das Gravitationsfeld der Erde, um mit einem Vorbeiflug im Abstand von lediglich 8640 Kilometern auch eine Kursänderung vorzunehmen.
Gestartet war der „Jupiter Icy Moons Explorer“ (kurz JUICE) der europäischen Weltraumorganisation ESA am 14. April 2023. Im Juli 2031 soll die Sonde an ihrem Bestimmungsort ankommen. Die Mission wartet mit einer komplexen Flugbahn auf, die ihr schon knappe Vorbeiflüge an der Venus sowie der Erde beschert hat.
Fluggeschwindigkeit wird erhöht
Das Vorbeiflugmanöver wird die Flugbahn der Raumsonde um etwa 20 Grad ablenken und ihre Geschwindigkeit um rund 3,5 km/s (12.600 km/h) erhöhen. Die größte Annäherung an die Erde erfolgt um 13.45 Uhr MESZ über dem Indischen Ozean. Etwa 15 bis 30 Minuten vor diesem Zeitpunkt überfliegt JUICE Australien auf einer Route vom Nordosten in den Nordwesten des Landes.
In der Fachwelt spricht man auch von einem Gravitationsmanöver oder einer Schwerkraftumlenkung. Dabei nutzt eine Sonde die Gravitation und die Bahnbewegung des Planeten oder Mondes wie eine virtuelle Schleuder, um ohne eigenen Treibstoffverbrauch nennenswert an Geschwindigkeit zu gewinnen oder um abzubremsen.
Technik aus Österreich an Bord
Mit an Bord ist auch Technik aus Österreich: So ist das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) an drei der zehn Instrumente der Sonde beteiligt. Mit dabei ist auch Österreichs größtes heimisches Weltraumunternehmen Beyond Gravity, das die in Berndorf (NÖ) produzierte Thermalisolation für die Jupitersonde und als Schutz vor den extremen Temperaturen im All lieferte.
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