Deepfake-Videos

Promis als Zielscheibe Krimineller im Internet

Ombudsfrau
23.09.2026 11:07
Porträt von Ombudsfrau
Von Ombudsfrau

Eckart von Hirschhausen ist eines der vielen berühmten TV-Gesichter, die zuletzt m Netz unfreiwillig für verbrecherische Werbezwecke genutzt wurden. Die Menschen vertrauen ihm und werden Opfer perfider Verkaufsmethoden.

Schauspieler, Moderatoren oder Wissenschaftler werden immer wieder als Köder für die Bewerbung dubioser Produkte in den sozialen Medien missbraucht. So auch der Arzt, Moderator und Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen. In seinem Fall wird für Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel Reklame gemacht. Selbst als er nach zweijährigem Prozess gegen Meta gewonnen hat, hat sich nichts geändert. Die Deepfakes haben sich sogar noch vermehrt.

Kann gefährlich sein
„Es ist ein Milliardengeschäft, für die Anbieter und für die Plattformen. Jetzt kapern Kriminelle mühsam aufgebautes Vertrauen, um verzweifelten, kranken Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen“, erzählt Hirschhausen im Interview mit der Watchlist Internet. Dass das aber im schlimmsten Fall auch gefährlich für Patienten werden kann, weiß er aus eigener Erfahrung. „Gefährlich wird es, wenn Menschen deshalb ihre wirksame Medikation absetzen oder Inhaltsstoffe gar nicht kontrolliert sind. Am riskantesten sind vermeintliche Abnehmspritzen, die in Wahrheit umetikettierte Insulinspritzen, verbotene Appetitzügler sind, und Hormonpräparate ohne jede Qualitätskontrolle. Daran sind bereits Menschen gestorben.“

Desinformation ist medizinischer Notfall
Der engagierte Arzt, der gerade in 4700 Varianten durch das Internet geistert, hat auch ein Fallbeispiel: „Wenn ein Arztbesuch nicht stattfindet oder die Behandlung abgesetzt wird, weil ein Wundermittel Heilung verspricht, ist das ein größerer Schaden. Als Kinderarzt habe ich erlebt, wie Masern-Spätfolgen das Gehirn von Kindern schrumpfen ließen – man steht am Bett und kann nichts mehr tun.“ Für ihn ist Desinformation ein medizinischer Notfall.

Lügenmärchen
Woran erkennt der Laie aber so ein Deepfake-Werbevideo? Prinzipiell gilt, wie für alle Betrügereien: Wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist es fast nie wahr. Aussagen, die große Abnehmerfolge in kürzester Zeit versprechen, ohne eigene Anstrengung, oder die Heilung von Diabetes über Nacht, sind Lügenmärchen. Würde es so einfach gehen, wäre das in kürzester Zeit überall bekannt und die Produkte würden in der Apotheke feilgeboten werden. Im Zweifelsfall sollte man sich immer mit einem Arzt oder Apotheker absprechen.

Anzeige erstatten
Wer auf eine dementsprechende Werbung hereingefallen ist, sollte versuchen, die Zahlung zu stoppen und die Bank informieren. Und man sollte umgehend Anzeige erstatten, auch wenn es aussichtslos erscheint. Auf keinen Fall muss man sich schämen, denn man ist nicht der Einzige, der auf solche Fake-Angebote hereingefallen ist. Wenn eine Vertrauensperson ein vermeintliches Wundermittel bewirbt, ist man geneigt, ihr zu glauben, und zweifelt weniger an den verlockenden Versprechen.

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