Glocken und Hupen sollen für mehr Sicherheit entlang der Badner Bahn sorgen. Doch den Anrainern rauben sie den Schlaf und letzten Nerv.
Erst vor Kurzem hat die Badner Bahn nach einer aufwendigen Sanierung den Vollbetrieb wieder aufgenommen. Für die Fahrgäste eine gute Nachricht. Manche Anrainer entlang der Strecke finden sich in einem immer wiederkehrenden Albtraum wieder. Etwa im Bereich der Triester Straße in Wien.
„Niemand kann mehr schlafen“
Dort queren die Garnituren die Fahrbahn. Geregelt wird das durch eine Ampelanlage. Doch seit rund einer Woche bimmelt zusätzlich eine Warn-Glocke. Und das fast ohne Unterlass, wie eine Anrainerin schildert. „Hier in unserem Grätzl kann niemand mehr schlafen. Selbst untertags ist es absolut unmöglich, ein Fenster zu öffnen oder auch nur zu kippen, weil das durchdringende metallische Schlagen jeden Aufenthalt in der Wohnung unerträglich macht.“ In Betrieb ist die Badner Bahn täglich bis 1.33 Uhr. An eine Nachtruhe ist bis dahin nicht zu denken.
Auch in NÖ gibt es Ärger: Dreimal Hupen für jeden Zug
Auch im einige Kilometer entfernten Guntramsdorf in Niederösterreich nicht. Dort raubt ein unbeschrankter Bahnübergang den Anrainern den Schlaf. „Der Zugführer ist gesetzlich verpflichtet, dreimal ein lautes Hup-Signal abzugeben“, schildert ein Anwohner. „Für uns bedeutet dies eine erhebliche und dauerhafte Störung der Nachtruhe.“ Bisher habe die Forderung nach einer Schranken- oder Ampelanlage jedoch kein Gehör gefunden. Die Wiener Lokalbahnen als Betreiber der Badner Bahn weisen jede Verantwortung von sich.
Behördliche Auflagen
Auf Anfrage der Ombudsfrau betont man, man habe lediglich gesetzliche, behördliche Vorgaben umgesetzt. Zuständig für diese Vorgaben sind die jeweiligen Landesbehörden. Leider habe es in der Vergangenheit bereits immer wieder Unfälle gegeben, obwohl ein Andreaskreuz und eine Stopp-Tafel an der Kreuzung in Guntramsdorf angebracht sind. Autofahrer hätten diese Hinweistafeln aber oft ignoriert.
Und als Nachtrag: Das akustische Signal sei insbesondere für Menschen mit Sehbehinderung bzw. blinde Menschen wichtig. Das Läuten mache jetzt auch akustisch auf die Eisenbahnkreuzung aufmerksam und sei deswegen aus Gründen der Barrierefreiheit und Sicherheit vorgeschrieben
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