„Gefährlich, komplex“

USA sehen vorerst von neuen Angriffen im Jemen ab

Außenpolitik
23.09.2026 11:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Trotz entsprechender Gesuche Saudi-Arabiens sehen die USA vorerst von neuen Luftangriffen auf die Houthi-Miliz im Jemen ab. Der Krieg sei ein bestehender „sehr gefährlicher und komplexer Konflikt“, sagte US-Außenminister Marco Rubio. Seit der jüngsten Eskalation habe es keine US-Angriffe gegeben.

„Wir haben ein Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien. Wir beabsichtigen, unsere Verpflichtungen dabei zu erfüllen“, stellte Rubio zugleich klar. Zuvor hatte der saudische Kronprinz Moammed bin Salman mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Trump sagte zunächst neuen Angriffen zu, entschied sich dann aber um. Saudi-Arabien gerät in dem erneut eskalierten Krieg im Nachbarland selbst wieder unter Beschuss und auch zunehmend unter Druck wegen Attacken auf seine Ölinfrastruktur. Die Regierung bemüht sich deshalb um militärische Hilfe.

Die USA sind ein wichtiger Verbündeter Saudi-Arabiens, haben Truppen auf einer Luftwaffenbasis in dem Wüstenstaat stationiert und sind auch der mit Abstand wichtigste Waffenlieferant. Die Absage Trumps zeige nun, dass die USA nicht unbedingt kämpfen würden, wenn Saudi-Arabien seine wichtigsten Interessen in Gefahr sieht, sagte Karen Gibson, frühere Geheimdienst-Chefin beim US-Zentralkommando. Zuvor hatte der US-Präsident mehrfach damit gedroht, die Houthi-Miliz nach ihrer im Juli erklärten Blockade für saudische Schiffe im Roten Meer anzugreifen.

Houthi-Kämpfer während einer Mobilisierungsaktion
Houthi-Kämpfer während einer Mobilisierungsaktion(Bild: EPA/YAHYA ARHAB)
Seit der jüngsten Eskalation hat es keine US-Angriffe mehr gegeben (Archivbild).
Seit der jüngsten Eskalation hat es keine US-Angriffe mehr gegeben (Archivbild).(Bild: AP/Osamah Abdulrahman)

Mehrere Tote bei Angriffen auf Hafenstadt
Die Houthi nahmen bei einer Blitzoffensive weitere Teile der jemenitischen Westküste ein und verschafften sich damit noch besseren Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer. Derzeit führen Regierungstruppen und ihre Verbündeten, darunter auch Saudi-Arabien, weiter heftige Gefechte gegen die Houthi im Jemen. Bei einem saudi-arabischen Angriff auf die Hafenstadt Mokka kamen zuletzt mindestens sieben Menschen ums Leben. Unter den Todesopfern waren auch zwei Kinder. Sechs weitere Menschen wurden verletzt. Ein Houthi-naher Sender berichtete, dass Wohnhäuser ins Visier genommen worden seien.

Saudi-Arabiens Militär hatte auf das Vorrücken der Miliz im Jemen mit zahlreichen Luftangriffen reagiert. Der Vormarsch in Richtung Rotes Meer wurde damit aber nicht gestoppt. Seit der Wiederaufnahme der Kämpfe sind laut UNO-Angaben Hunderte Menschen getötet und mehr als 110.000 vertrieben worden. Schon zuvor steckte das Land in einer der schwersten humanitären Krisen weltweit.

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