Vor acht Monaten empfahl eine eigens eingesetzte Kommission aus Fachleuten der Regierung, wie der Präsenzdienst zukünftig aussehen sollte. Ebendiese Regierung nahm das Papier interessiert zur Kenntnis, hält uns seither aber lieber mit Zahlenspielereien bei Laune. 7 plus 2 oder 6 plus 3 oder 6 plus 2 plus 1, das Angebot ist umfangreich und fast täglich frisch.
Zum Glück stehen wir momentan nicht auf dem Speisezettel von Putin oder anderer finsterer Gesellen. Wir könnten Angreifer bestenfalls via Verwirr-Taktik schwindlig kämpfen. Die beherrschen wir dafür in einiger Perfektion.
Die Welt ist im Umbruch, aber Österreich beschäftigt sich mit der Frage, wie viel Urlaub Grundwehrdiener haben sollten und ob wir den Präsenzdienst in Etappen stückeln wollen wie die Tour de France. Der großen Einigung beim Ministerrat im Sommer folgte die große Uneinigkeit im Herbst.
Da wollte der Zivildienst nicht zurückstehen. Der soll eigentlich nicht verlängert werden, außer es stellt sich nach einem Jahr verblüffenderweise heraus, dass viele junge Menschen lieber neun Monate zu Global 2000 gehen als sich gleich lang in den Gatsch zu hauen. Wer kann schon ahnen, wie das ausgeht?
Also gibt es nun auch beim Zivildienst drei Modelle: elf Monate am Stück dienen oder sieben Monate und den Rest dann später nachholen. An derselben Dienststelle oder woanders. Bis das Pflicht wird, kann man das freiwillig machen. Alles? Nein, nur die elf Monate am Stück.
Verwirren, das können wir wirklich.
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