Geschafft! 1926 endete für einen Avis die Rallye Monte Carlo in Kärnten. Ein restauriertes Modell dieses in Brunn am Gebirge (NÖ) erzeugten Pkw sah 100 Jahre später in Monaco aber doch noch die Zielflagge.
Dass einst in Brunn am Gebirge, Bezirk Mödling, Autos erzeugt wurden, war kaum bekannt. Bis Wissenschafter Robert Krickl – wie berichtet – den wahrscheinlich letzten Avis in einer Scheune aufstöberte. Die Rarität auf vier Rädern wurde fachkundig restauriert – und absolvierte jetzt eine wahrlich historische Fahrt.
Historische Wettfahrt
Denn vor genau 100 Jahren startete ein Fahrzeug dieses Typs bei der Rallye Monte Carlo. Berge von Schnee warfen den Wagen damals allerdings bereits in Kärnten aus dem Rennen. Krickl und seine Familie nahmen heuer im Avis diese legendäre Wettfahrt erneut in Angriff.
Renngeschwindigkeit 50 km/h
Der Start war am 25. August in St. Pölten erfolgt. Über Wien ging es in den „Geburtsort“ des Oldtimers nach Brunn am Gebirge. In Tagesetappen von 200 Kilometern wollte man mit einem Durchschnittstempo von 50 km/h diesmal das Ziel erreichen.
Fahrt geriet ins Stocken
Die größte topografische Herausforderung der Strecke – den Semmeringpass – absolvierte der 20-PS-Bolide klaglos. „Just in Kärnten hing die Mission aber auch diesmal am seidenen Faden“, so Krickl: Fehlzündungen! In Klagenfurt konnte Oldtimer-Experte Andreas Brunner das Problem zum Glück in einer Nachtschicht beheben.
Tränen des Glücks
Weiter ging es durch Italien zum Teil auf der Strecke der berühmten Rallye Mille Miglia zu den letzten Etappen an der französischen Mittelmeerküste. Am 4. September war es so weit: 100 Jahre nach dem ersten Start überquerte ein Avis die Ziellinie der Rallye Monte Carlo: „Ein emotionaler Moment mit Tränen des Glücks“, schildert Krickl.
Besonderes Siegermenü
In Monaco wurde der historische Erfolg gewürdigt, der Avis sogar im Museum des Fürsten „geparkt“ und mit einer Ehrenplakette geadelt. Und im traditionsreichen Automobile Club des Fürstentums servierte man exakt das gleiche Menü wie bei der Zielankunft 1926. Die Rezepte hatte Krickl akribisch recherchiert.
Wissenschaft im Mittelpunkt
Für Robert Krickl stand be dem Rallye-Abenteuer aber nicht der sportliche Aspekt im Vordergrund. Gemäß seiner Profession ging es dem Wissenschafter um Wissensvermittlung. Daher wurde die gesamte Fahrt umfangreich dokumentiert. Unter anderem erstellte Krickl einen kompletten 3D-Scann des Avis. „So nahmen wir die historische Verantwortung um die unwiederbringlichen Originalteile dieses Fahrzeuges wahr, um sie im Notfall reproduzierbar zu machen“, erklärt der Leiter dieses einzigartigen Projekts.
Platz im Landesmuseum
Die Heimreise nach Österreich darf der Avis nach der 1200-Kilometer-Fahrt jedenfalls auf dem Anhänger absolvieren. Am 10. November gibt es noch einen großen Empfang in Brunn am Gebirge, dann wird das „Auto made in NÖ“ im Landesmuseum in St. Pölten ausgestellt.
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