Im Musil-Institut

Vom Wutbürgerchor bis zum Satire-Systemprotokoll

Kärnten
23.09.2026 16:00

Im Robert-Musil-Institut für Literaturforschung in Klagenfurt regiert das Wort! Generell und ganz aktuell im Oktober, der naturgemäß viel Erlesenes, Gespräche, Wissenschaft und Musik kredenzt.

Von Lyrik bis zum Wutbürgerchor, von Ingeborg Bachmanns „unruhigem Ich“ bis zu satirischen Systemprotokollen – das ist der Sprachrhythmus, bei dem man in den kommenden Wochen mit muss!

Gulag, Krähe, tote Karpfen
Und den Anfang macht Kaśka Bryla, die am 1. Oktober zu Lesung und Gespräch bittet. 2024 hat die gebürtige Wienerin mit polnischen Wurzeln beim Bachmannpreis den „Kakerlakenschwarm“ losgelassen. Damals hat es für keinen Preis gereicht, umso erfreulicher, dass sie soeben mit dem Veza Canetti-Preis geehrt worden ist und mit ihrem Buch „Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich“ nach Klagenfurt zurückkehrt.

In heimischer Literatenlandschaft ist der Villacher Harald Schwinger ein toller Hecht. Den Fisch, den der renommierte Autor am 8. Oktober an der Angel hat, ist zwar nicht mehr lebendig, aber das dazugehörige Buch dafür umso mehr. Denn „Der Sommer der toten Karpfen“ (Heyn Verlag) ist weit mehr als eine geschichte über einen Todkranken Mann und seine Frau. Beleuchtet der Roman doch vor allem die vielen Facetten der Liebe kurz vor dem Tod.

Wutbürgerchor, Bachmann-Doppler, Systemfehler
Ein weiterer Teilnehmer an den Tagen der deutschsprachigen Literatur war der Maria Saaler Peter Truschner. Auch er blieb beim berühmten Klagenfurter Wettlesen erfolglos, bringt nun aber am 13. Oktober „Wie ein Messer. Ein Wutbürgerchor“ mit, um „scharf, vielstimmig und erschreckend aktuell“ die Gefühle hinter dem Rechtsruck zu sezieren.

Wort und Ton vereinen sich am 15. Oktober zum jazzig unterfütterten Bachmann-Abend und der Vorstellung der Biografie „Dieses unruhige Ich. Ingeborg Bachmann“ durch den Autor Dieter Burdorf (im Gespräch mit Johannes Waßmer). Lesespuren und Textkonstellationen in Bachmanns Werk beleuchtet eine internationale Tagung (15. – 17. Oktober), Stefan Feinig & Birgit Radeschnig beschließen den Oktober am 27. mit ihrem Systemfehler samt satirisch-musikalischem Protokoll des apokalyptischen Alltags. Beginn: je 19.30 Uhr.

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