Um 47 Prozent teurer

Wie Gastronomie und Hotels die Inflation anheizen

Wirtschaft
22.09.2026 12:32

Der heimische Tourismus blüht, der Sommer ist bereits so wichtig wie die Wintersaison. Und das, obwohl Hotels und besonders die Gastronomie ihre Preise seit 2019 um 47 Prozent anhoben. Damit sind sie ein Haupttreiber der Inflation bei uns. Dennoch bleibt ihnen wegen hoher Kosten weniger in der Kassa.

Konkret sind die Verbraucherpreise seit Corona um 30 Prozent geklettert, in der Beherbergung und der Gastronomie jedoch um 47 Prozent, so eine neue Studie der Nationalbank. Durchschnittlich stieg die Zeche in Hotels sowie Gasthäusern um 6,1 Prozent im Jahr und war für ein Sechstel der gesamten Inflationsrate bei uns verantwortlich. Der hohe Wert ergibt sich, weil diese Branchen in Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern einen besonders hohen Anteil bei der Teuerungsberechnung haben.

Teilweise waren die saftigen Erhöhungen bei Schnitzel und Fremdenzimmer möglich, weil sich die Nachfrage an diese Preise angepasst hat, erklärt die Nationalbank nüchtern. Sprich: Österreicher und Touristen haben sich Restaurantbesuche sowie Urlaube trotzdem gegönnt. Aber sie bestellen weniger. In den Hotels geben Gäste laut Studie real weniger pro Nächtigung aus. Folge ist unter anderem ein starkes Plus bei Ferienwohnungen von gleich 84 Prozent. Sie ersetzen offenbar einfachere Hotels, die um zwölf Prozent weniger wurden. 4- bis 5-Stern-Betriebe legten leicht zu, die kaufkräftige Kundschaft blieb also erhalten. 

Gäste kommen, aber sparen
Ähnlich ist es in der Gastronomie. Klassische Wirtshäuser und Restaurants haben zunehmend magere Umsätze. Gäste verzichten z. B. auf weitere Getränke oder Nachspeisen, während günstigere Anbieter der Systemgastronomie wie Pizza- oder Burgerketten, Imbissstände sowie Betriebe mit Lieferservice größere Happen vom Geschäft bekommen.

Den Schwarzen Peter für überhöhte Preise bekommt die Branche ohnehin nicht von der Nationalbank. Sie habe in den letzten Jahren objektiv massive Kostensteigerungen zu schlucken gehabt. Personal, Energie und Vorprodukte wie etwa Lebensmittel wurden deutlich teurer im Einkauf. Gleichzeitig ist aber die Produktivität anders als in der Gesamtwirtschaft sogar deutlich rückläufig gewesen. Umgerechnet auf die Nächtigung bzw. die Essensportion hat das die Kostenlast nochmals erhöht. Folge ist, dass die reale Wertschöpfung im Vorjahr sogar um zwölf Prozent unter dem Niveau von 2019 liegt. Wirten und Hoteliers bleibt somit trotz hoher Rechnungen ihrer Gäste in Wahrheit weniger in der Kasse.

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