Frust in Wien-Liesing: Praktisch über Nacht mussten Anrainer 135 Euro für das Parken in ihren Gassen zahlen. Davor konnten sie ihre Autos hier problemlos abstellen. Was dahintersteckt.
Von einer „tollen Überraschung“ spricht Anrainerin Marlene K. im 23. Bezirk sarkastisch. Sie wohnt in der Sackgasse Am Hasensprung, wo Bewohner seit Jahren auf einer Straßenseite problemlos parken konnten.
Doch praktisch über Nacht klemmten plötzlich Strafzettel auf den Windschutzscheiben ihrer Autos. Kostenpunkt: 135 Euro. „Wir parken schon immer hier“, ist K. verärgert.
Keine Halte- oder Parkverbotstafeln aufgestellt
Davor wurden auch keine Halte- oder Parkverbotstafeln aufgestellt. Umso unverständlicher ist das Vorgehen der MA 67 (Verkehr) für die Wienerin. Grund sei der Gegenverkehr, soll die Magistratsabteilung ihr gegenüber argumentiert haben.
Es ist nicht ersichtlich, auf welcher Seite wir stehen dürfen.
Anrainer Christian S.
Verwirrung um Kennzeichnung auch an anderer Stelle
Schauplatzwechsel in die Josef-Kutscha-Gasse, ebenfalls in Liesing. Christian S. erzählt der „Krone“ hier von einem ähnlich gelagerten Problem. Mitte September wurden auf beiden Straßenseiten alle parkenden Autos abgestraft – obwohl dies seit Jahren, trotz geringer Fahrbahnbreite, toleriert wurde, erzählt er.
Für die Anrainer gebe es keine andere Parkmöglichkeit. Garagenplätze gibt es nicht. Fehlende Bodenmarkierungen sorgen zudem für Verwirrung: „Es ist nicht ersichtlich, auf welcher Seite wir stehen dürfen“, moniert S.
Nur mehr städtische Parksheriffs
Hintergrund für die überraschenden Strafen ist die Vereinheitlichung der Parkraumüberwachung, die seit 1. Juli dieses Jahres von der MA 67 zur Gänze übernommen wurde. Die neu dazugekommenen Bezirke, darunter Liesing, wurden deshalb nach Vorgabe der Straßenverkehrsordnung von Parksheriffs geprüft, heißt es von einem Magistratssprecher.
Das passiert etwa auch Am Hasensprung. Stellplätze sind dort kurzum nicht zulässig, ergab die Untersuchung. Die MA 67 sei außerdem mit der MA 46 (Rechtliche Verkehrsangelegenheiten) sowie den Bezirksvertretungen wegen Kennzeichnungen im Austausch.
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