Kurz vor Mitternacht zerplatzte am Dienstagabend das geplante seltsame Konstrukt einer Festspiel-Doppelführung: Weder die Amsterdamer Operndirektorin Sophie de Lint noch US-Star-Regisseur Barrie Kosky leiten ab dem Jahr 2027 die renommierten Salzburger Festspiele, sondern der 63-jährige Belgier Peter de Caluwe.
Was für ein Theater! Die vom Salzburger Festspiel-Kuratorium mit Ach und Krach auf Schiene gebrachte Lösung der Hinterhäuser-Nachfolge zerplatzte dann doch noch. Der ursprünglich als neuer Intendant vorgesehene, dann aber in die seltsame Rolle eines „Co Artistic Directors“ verdrängte Star-Regisseur Barrie Kosky machte daraufhin einen eleganten Abgang. Der Vertrag mit der an die Führungsspitze gehobenen Amsterdamer Operndirektorin Sophie de Lint scheiterte kurz vor Mitternacht an Differenzen hinsichtlich der persönlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Als Retter der Notlösung steht nun Peter de Caluwe, 63, der frühere Intendant der Oper Monnaie in Brüssel, bereit – und zwar als alleiniger Intendant. Der gebürtige Belgier studierte Literatur- und Theaterwissenschaften. Seine Opernkarriere begann 1986, als ihn Gerard Mortier als Dramaturg nach Brüssel holte.
Unter de Caluwes Ägide wurde das Haus zweimal in Folge zum „Opernhaus des Jahres“ gewählt. Er soll nun planmäßig im Anschluss an die Festspiele 2027 übernehmen – seine offizielle Präsentation soll am Freitag erfolgen.
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