Wiener Kultur-Euro

Aufregung in Kulturszene: „Ticketsteuer“ ist fix

Kultur
16.09.2026 09:36

Nach einem Geheimtreffen zwischen der Stadt Wien und dem Kulturministerium gilt die Einführung einer neuen Wiener Kultursteuer in der Höhe von 12,5 Prozent als beschlossen. In der Kulturszene löst das Entsetzen aus.

„Ja sind die denn in der SPÖ komplett verrückt geworden“ – so kann man den Tenor von Wiens Kulturschaffenden, allen voran führende Institutionen wie Staatsoper, Albertina und Kunsthistorisches Museum bis hin zu den renommierten Kleinbühnen der Stadt wie dem Simpl, zusammenfassen.

Grund für den Aufschrei: Nach einem Geheimtreffen am Dienstag in Wien auf Beamtenebene zwischen Stadt Wien und dem Bablerschen Kulturministerium soll es nun fix sein: Die „Ticketsteuer“, von Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler als „Kultur- Euro“ verniedlicht, kommt – und das in der Höhe von saftigen 12,5 Prozent.

Drohungen und Kräftemessen
Die Drohung seitens des Ministeriums, im Gegenzug Bundesförderungen von Wiener Kulturstätten wie Volkstheater oder Theater in der Josefstadt zu reduzieren, ließ die Wiener Seite kalt. Nun droht ein Kräftemessen zwischen Bürgermeister Michael Ludwig und Minister Andreas Babler innerhalb der ohnehin angeschlagenen SPÖ.

Die Interessensgemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft (IGÖV) spricht, wie berichtet, von einer „fahrlässigen Strafsteuer“ und rechnet vor, dass etwa 67 Mio. der derart eingenommenen 120 Mio. Euro auf private Veranstalter und die freie Szene entfallen würden, bei Bundesinstitutionen wie Museen und Theatern wird mit 40 Mio. Euro gerechnet.

 Zur Kasse gebeten werden rund 30 Millionen Besucher kultureller Veranstaltungen – Besucherrückgänge aufgrund der Teuerung seien zu erwarten. „Veranstaltungen werden nicht nur in die Bundesländer abwandern, sondern gar nicht erst hierzulande stattfinden“, warnt die IGÖV. Veranstalter Matthias Rotermund von Live Nation stellt fest, dass eine neue Ticketsteuer „weder Besucher noch Veranstalter oder Künstler einfach absorbieren“ könnten.

Am Ende des Tages zahlt das Publikum drauf. Denn die Veranstalter von Staatsoper bis Kabarettbühne werden die Abgabe eins zu eins auf die Ticketpreise aufschlagen. Bei kolportierten 12,5 Prozent Aufschlag wird der Kulturbesuch dann für viele zum unleistbaren Luxus.

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