Meister Graz und Co.

Vor ICE-Start: Die heimischen Klubs im Überblick

Eishockey
16.09.2026 14:45
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Mit einem neuen Klub und Vorfreude auf zwei Freiluftspiele startet die ICE-Eishockeyliga am Freitag in die Saison. Dank des Einstiegs des HC Milano nehmen erstmals seit der Saison 2022/23 wieder 14 Mannschaften an der grenzüberschreitenden Liga teil, die gleich zum Auftakt mit der Final-Neuauflage zwischen dem HC Pustertal und Titelverteidiger Graz99ers sowie Salzburg gegen KAC zwei Schlagerspiele bietet. Hier gibt es vorab einen Überblick über die österreichischen Vertreter. 

Graz99ers (Meister): Nach dem ersten Meistertitel der Clubgeschichte reduzierten die Grazer ihr Budget und mussten einige Führungsspieler ziehen lassen. Play-off-MVP Lukas Haudum wechselte nach Finnland, Kapitän Korbinian Holzer beendete seine Karriere, die Topverteidiger Nick Bailen und Kasper Kotkansalo zogen weiter. Kilian Zündel wurde kurz vor Saisonstart wegen eines Vergehens gegen die Anti-Doping-Regularien entlassen. Trainer Dan Lacroix, der Mitte November übernommen hatte, musste daher die Defensive umbauen. Die Verteidigung wurde verjüngt, mit David Maier wurde ein österreichischer Teamspieler geholt.

KAC (5.): Die Klagenfurter, die erstmals seit 2022 schon im Viertelfinale gescheitert waren, verloren ihren Topstürmer Mathias From (nach Finnland), Teamverteidiger David Maier ging nach Graz, Jordan Murray beendete nach seinem Herzstillstand im März seine Karriere. Von den fünf Neuen stechen Verteidiger Mattias Göransson vom schwedischen Vizemeister Rögle und Stürmer Travis St. Denis, zweitbester Scorer von RB Salzburg, hervor. Zudem gab Kapitän Thomas Hundertpfund, der sich Anfang Dezember schwer verletzt hatte, in der CHL sein Comeback.

Red Bull Salzburg (6.): Nach vier Meistertiteln endete die Erfolgsserie mit dem Aus im Viertelfinale, damit war auch für Trainer Manny Viveiros nach nur einer Saison Schluss. Der neue Coach Alan Letang kann mit Thomas und Michael Raffl, Peter Schneider, Benjamin Nissner und Mario Huber weiter auf den Stamm an routinierten österreichischen Stürmern und das rot-weiß-rote Teamtorhüterduo Atte Tolvanen und David Kickert bauen. ÖEHV-Teamstürmer Lucas Thaler ist zu Red Bull München gewechselt. Fast komplett neu ist dagegen die Legionärsgarde, verblieben ist einzig Verteidiger Dennis Robertson.

VSV (8.): Das Sportliche ist in Villach in den vergangenen Tagen in den Hintergrund gerückt. Aufgrund finanzieller Probleme stand sogar die Teilnahme an der Liga in Frage, die Rettung erfolgte erst drei Tage vor Saisonstart. Mit Topscorer Adam Helewka sowie Nikita Scherbak, Dylan MacPherson und Guus van Nes verlor der VSV viel offensive Produktion. Ex-Caps-Stürmer Joseph Cramarossa und der Schwede Linus Andersson sollen helfen, die Lücke zu schließen. Kapitän Alexander Rauchenwald wird nach seinem im Dezember erlittenen Kreuzbandriss im Herbst sein Comeback geben.

Vienna Capitals (9.): Dreimal hintereinander fehlten die Wiener im Viertelfinale, Mike Stewart soll das ändern. Der Austro-Kanadier kehrte nach elf Jahren in der DEL nach Österreich zurück und kann mit hochkarätigen Neuen arbeiten. Von Meister Graz wurde Topverteidiger Nick Bailen abgeworben und aus Schweden nicht nur der ehemalige Teamstürmer Jakob Lilja, sondern auch Konstantin Komarek geholt. Der Wiener soll mit Linden Vey ein hochklassiges Spielmacher-Duo bilden. Im Tor wollte man mit Sebastian Wraneschitz und Max Zimmermann auf Eigenbau setzen, engagierte aber aufgrund von Verletzungen den international erfahrenen Schweden Adam Reideborn bis Mitte Oktober.

Black Wings Linz (10.): Die Linzer, die erstmals seit vier Jahren das Viertelfinale verpasst haben, setzen mit dem Kanadier Dylan Wells, der auf ein NHL-Spiel zurückblicken kann, und Eigenbau Martin Reder auf ein neues Torhüter-Duo. Topscorer Graham Knott unterschrieb bei der Mannschaft von Philipp Lukas für zwei weitere Jahre, Brady Shaw (Topscorer von Ferencvaros), Center Kyle Topping und Trenton Bliss sowie Lukas Kainz von Meister Graz sollen frischen Punch in der Offensive bringen. Andreas Kristler hat seine Karriere beendet. Weitergezogen sind die beiden Abwehrchefs Logan Roe und Yohann Auvitu, aus Salzburg wurde Philipp Wimmer geholt.

Pioneers Vorarlberg (12.): Nach dem Rückzug von Pit Gleim als Präsident und Mäzen wurde im Frühjahr über einen Ausstieg der Vorarlberger spekuliert. Die Pioneers machen aber weiter und gehen mit einem komplett umgebauten Team in die fünfte Saison, nur sechs Spieler wurden verlängert. Wenige Tage vor Trainingsstart verloren die Pioneers auch ihren Trainer. Der Finne Janne Grönvall zog sich nur gut drei Wochen nach seiner Bestellung aus persönlichen Gründen zurück, sein als Co-Trainer vorgesehen gewesener Landsmann Marko Ojanen übernahm. Die junge Mannschaft aus Feldkirch steht vor einer schwierigen Saison.

HC Innsbruck (13. und Letzter): Zweimal hintereinander landete Innsbruck auf dem letzten Platz. Mit elf neuen Spielern, allesamt mit ICE-Erfahrung, will man wieder konkurrenzfähig werden. Rückhalt soll der aus Bozen geholte Torhüter Sam Harvey geben. Große Hoffnungen setzt man auch in Steven Owre, den Liga-MVP der Saison 2023/24, der nach einer Ende November erlittenen schweren Knieverletzung wieder einsatzbereit ist und in der Vorbereitung glänzte. Mithelfen sollte auch Brady Shaw. Der Stürmer, 2022/23 im Haie-Trikot MVP der Liga, sollte zurückkehren, machte aber zwei Monate nach seiner Unterschrift von einer Ausstiegsklausel Gebrauch und entschied sich für Linz. Getrennt hat man sich von Langzeitkapitän Jan Lattner und dem punktbesten Verteidiger Patrick Kudla, der mit schlechten Fitnesswerten zum Trainingsauftakt erschienen war.

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