Die Abgabe auf Tickets für Theater, Museen oder Kinos in Wien kommt nun doch nicht, wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) in den sozialen Medien verkündet.
„Nach Abwägung aller Argumente habe ich entschieden: Der ‘Kultur-Euro‘ kommt nicht“, heißt es von Bürgermeister Ludwig in einem Video überraschend. Ziel sei es weiterhin, die Kulturlandschaft nachhaltig abzusichern, führt er weiter aus. Mit „Kultur für alle“, beendet er sein Statement.
Der Bürgermeister hatte sich zu dem Thema lange zurückgehalten. Die geplante Ticketsteuer auf Eintritte in Museen, Theater oder Kinos hatte seit Tagen die Wogen hochgehen lassen. Vor allem der kolportierte Aufschlag von 12,5 Prozent hatte in den Kulturbetrieben für Entrüstung gesorgt.
Am Dienstag galt die Einführung nach einem Treffen zwischen Stadt und Kulturministerium bereits als fix.
Freizeit wäre teurer geworden
Etwa 30 Millionen Besucher kultureller Veranstaltungen hätte die Maßnahme treffen sollen, so die Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft (IGÖV), die vor wenigen Tagen massiv Kritik übte. Betroffen gewesen wären auch 60.000 Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt von der Kulturbranche abhängig sind.
Der Druck auf die Stadt wuchs offenbar. Kulturschaffende, wie der Staatsopern-Direktor Bogdan Roščić, waren fuchsteufelswild und sprachen von einer „existenzbedrohenden Maßnahme“.
Auch die Opposition sparte mit Kritik nicht. Die Wiener Volkspartei hatte am Dienstag etwa auch zu einem Hintergrundgespräch geladen. Landesparteiobmann Markus Figl sah sich nach der Absage bestätigt. „Der breite Widerstand war erfolgreich“, meint er.
In der Stadt brauch es nun ein Umdenken, so Figl. SPÖ und NEOS müssten nun bei den eigenen Ausgaben und Strukturen ansetzen.
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