SPÖ-Geheimtreffen

„Aktuell ist jede Sitzung eine Krisensitzung“

Innenpolitik
16.09.2026 16:38

Die Einladung zu einem vertraulichen Geheimtreffen im kleinsten Kreis zog binnen Stunden weite Kreise. SPÖ-Spitzen sprechen von „Hochverrat“, „Krisenmodus“ und neuen Planspielen.

Nur wenige Stunden. So lange dauerte es, bis die WhatsApp-Einladung von Vizekanzler Andreas Babler zum vertraulichen Gespräch im kleinsten Kreis öffentlich war – die „Krone“ berichtete. „Ein massiver Hochverrat innerhalb der Regierungsmannschaft“, heißt es aus Kabinetten. Die Folgen waren massiv. Selbst hochrangigste Mitglieder, viele aus den Ländern, erkundigten sich verunsichert in der Parteizentrale, was denn im Busch sei.

Die Stimmung ist angespannt. „Im aktuellen Zustand ist jede Sitzung in der SPÖ automatisch eine Krisensitzung“, sagte ein Teilnehmer vor dem Treffen zur „Krone“. Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Detail: „Wegen der aktuellen Situation“ wurde vorab sogar die übliche Wochenbesprechung der roten Kommunikationschefs – auch jener aus den Bundesländern – abgesagt.

In der SPÖ wird längst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand spekuliert, sondern ganz offen. ...
In der SPÖ wird längst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand spekuliert, sondern ganz offen. Im Bild: Parteichef Babler(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Ärgern über den roten Maulwurf
Der 45-minütige Krisengipfel selbst ging dann ab 15 Uhr plangemäß und spektakulär unspektakulär in der Bundesgeschäftsstelle über die Bühne – kein Rücktritt, keine Führungsdebatte. Es gab nur einen routinierten Austausch über inhaltliche Themenschwerpunkte. Und man ärgerte sich über den roten Maulwurf. Was daran so geheim war, dass Babler seinen Ministern sogar verbot, Mitarbeiter mitzunehmen, blieb offen.

Szenario 1: Babler geht halb
Was sich aber rundherum abspielte, wirft ein bezeichnendes Licht auf den aktuellen Zustand der Partei. Spekuliert wird längst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand – sondern ganz offen. Das gängigste Gerücht: Babler scheidet als Vizekanzler aus der Regierung aus, bleibt aber Parteichef. Womöglich als einer von zweien, nach dem Vorbild der deutschen SPD und ihrer Doppelspitze.

Marterbauer galt als mögliche Alternative zu Babler.
Marterbauer galt als mögliche Alternative zu Babler.(Bild: Imre Antal)

Als neuer Vizekanzler wird stets Finanzminister Markus Marterbauer gehandelt. Doch Marterbauer ist bekanntlich an Krebs erkrankt, was die rote Rochade schwieriger machen würde. Insider sagen: Marterbauer strebt das Amt nicht an, im Gegenteil. Er würde sich aber aus Parteiloyalität opfern, wenn es gesundheitlich geht.

Der Parallel-Plan: Verkehrsminister Peter Hanke, auch in der ÖVP geschätzt, könnte Bablers Agenden übernehmen. Das Verkehrsministerium wiederum ginge an Niederösterreichs SPÖ-Chef Sven Hergovich – jenen Posten, der ihm schon bei den ersten, später geplatzten Verhandlungen zur sogenannten Zuckerl-Koalition zugesichert worden war.

Und dann wäre da noch Gerhard Zeiler. An der Inthronisierung des früheren Medienmanagers arbeiten viele Rote bis heute. Fix scheint in der SPÖ nur: Der nächste Krisengipfel lässt wohl nicht lange auf sich warten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung